Memoir „Die Krebsflüsterin“ von Sophie Sabbage

Sudijumi begleitet auch  Menschen, die intensiv daran arbeiten, ihren Krebs loszuwerden und klassische medizinische mit alternativen  Methoden verbinden.

Schreibtherapeutische Impulse sind das Mittel unserer Wahl, sie können die Reise begleiten und unterstützen. Wer selbst-bestimmt  mit seiner Krankheit umgeht, kommt am Schreiben fast gar nicht vorbei. Denn schreibend bist Du am stärksten mit Deiner Intuition verbunden, kannst am besten erfühlen, was Du möchtest und was nicht. Welche Therapie Du nach gründlichem Recherchieren und Nachdenken Du annimmst und welche nicht, zum Beispiel.  Um unser eigenes Wissen und Repertoire zu erweitern, schauen meine Teamkollegin Jutta Michaud und ich uns natürlich auch die Bücher an, die es zu diesem Thema gibt.

Der Titel?

Zuerst war ich sehr befremdet von dem Titel: Die Krebsflüsterin, das klang in meinen Ohren  abschreckend.

Aber im Laufe des Buches habe ich verstanden, worum es ging: Nicht um Schuld, und Einflüstern schlichter  ‚positiver Gedanken‘ als mentales Training; Sondern, was nach Sophie Sabbage hilft, ist: Sehr individuell  auf die Botschaften der Krankheit zu hören. Dann kann es in die Veränderung und Transformation gehen.

Ich fand dieses Memoir sehr bewegend. Die Szene mit den Pferden hat mich umgehauen.

Sophie beschreibt, wie die Pferde ihre Krankheit spüren und ihr Trost spenden. Auch aus der Analogie zum ‚Pferdeflüsterer‘ kann ich den Titel jetzt besser verstehen.

Veränderungsprozesse begleiten – auch den eigenen

 Autorin Sophie Sabbage ist selbst Coach und hat Veränderungsprozesse ihrer Klienten über Jahre begleitet. Bis sie mit Mitte 40 in die Situation kommt, die Krankheit bewältigen zu müssen – oder zu sterben. Ihr starkes Motiv: Sie will ihre noch kleine Tochter heranwachsen sehen. Obwohl das ‚unheilbar‘ als Diagnose sie fast erdrückt, findet sie einen Weg aus der Krankheit heraus. Wohlgemerkt: Mit medizinischen und alternativen Methoden.

Eine Methode: Sophie schreibt. Sie schreibt ihre Motive auf, warum sie leben will. Jedes Einzelne. Sie listet ihre Verluste, alles, was sie rückwirkend in ihrem Leben bedauert. Sie erteilt sich die Erlaubnis, endlich angemessen darum zu trauern und nicht mehr zu verdrängen. Sie lässt in einem weiteren Schritt die Reue los. Sie zieht eine Hoffnungsbilanz und bloggt darüber, wie sie mit ihrer Krankheit Frieden schließt. Und über die Auseinandersetzung mit all den Themen, die der Krebs ihr aufbürdet, heilt sie ihr Leben.

Ein feines Buch, auch für Menschen, die keinen Krebs haben, sondern nur lernen wollen, was sie als Gesunde brauchen um gesund zu bleiben. Wer die im Buch beschriebenen Methoden ausprobiert, sollte gut in sich hinein hören, ob er die Kraft hat, sie alleine zu bewältigen. Oder sich professionelle Begleitung dafür holt.

Eure Sudi

4 Kommentare

Eingeordnet unter AKTUELLES

4 Antworten zu “Memoir „Die Krebsflüsterin“ von Sophie Sabbage

  1. selbstversunkenheit

    Klingt nach nem guten Buch! Den Titel finde ich allerdings auch etwas irritierend… 😉

  2. Hat dies auf Jutta Michaud rebloggt und kommentierte:
    Eine sehr schöne Rezension von Sudi für ein gutes Buch mit schrecklichem Titel! Manchmal darf man sich eben von der „Verpackung“ nicht irritieren lassen. Ob die Autorin selbst wohl mit dem Titel glücklich war? Nicht immer hat man als AutorIn die Kontrolle darüber, wie der Verlag ein Buch vermarkten darf. In diesem Falle wünschen wir uns, dass der Titel nicht zu viele LeserInnen abschreckt!

  3. Pingback: Wer Mut hat, zeigt anderen, wie es geht | Schreiben beflügelt !

  4. Pingback: Schreiben bei Krankheit und Krisen | Relias Learning

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