Monatsarchiv: Juli 2018

Kommunikationskampagne für das Schreiben

„Die Schreibtour geht auf Deutschlandtour.“
Unter diesem Titel stellt Sudijumi gemeinsam mit der Stiftung für Eierstockkrebs eine Kommunikationskampagne für das Gesundheitsfördernde Schreiben vor. Unsere Partner vor Ort sind exzellente medizinische Kompetenzzentren und Patientenorganisationen. Dort präsentieren meine Teamkollegin Jutta Michaud und ich  als Teil einer größeren Veranstaltung unser Buch, halten einen Vortrag und laden zu einem Schreibcafé ein.

Noch sind nicht alle Termine bekannt, aber nach und nach werden die Lücken gefüllt:

www.schreibtour.info

Unser Buch kann hier bestellt werden: randomhouse.de/Paperback/Mit-Schreiben-zur-Lebenskraft/Susanne-Diehm/Koesel/e545607.rhd

Wir freuen uns natürlich über Rezensionen, denn wir sind überzeugt von unserer Methode, und freuen uns, dass  wir den Nutzen des Schreibens beleuchten dürfen.
Das war das Plakat für die ‚Auftaktveranstaltung in Berlin:
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Techniken des Kreativen Schreibens: Triptychon Gestern – Heute – Morgen

 

 

Ich möchte hier ab und zu Techniken und Methoden des Kreativen Schreibens vorstellen, wie sie auch in der Gesundheitsförderung wunderbar eingesetzt werden können. Die Bilder oben habe ich gewählt, damit „Mir geht ein Licht auf“ und das „Schreiben“ verknüpft werden. Gerne dürfen Sie auch meinen Schreibsalon am Kleistpark für solche Übungen als Kreativ-Zeit-Raum nutzen, ob nur als inspirierenden  „Raum der Stille“ oder mit Schreibanleitung, das bestimmen Sie!

Erstaunt habe ich festgestellt beim Scannen des Internets: „Gestern – Heute – Morgen“ ist auch eine Übung der Anonymen Alkoholiker: http://www.aa-pur.de/Gestern-Heute-Morgen.pdf

Ein interessanter Ansatz,  mir jedoch für die Zwecke spielerischen und freudvollen Umgangs mit Gesundheit zu rigide; ich glaube daran, dass das Entfalten von Kreativität der Prävention dient. Und Kreativität beginnt oft, indem man bei sich selbst forscht, was denn schon da ist an assoziativen Verknüpfungen, und denen dann nachspürt.

Schreibend zu gesundheitsförderndem Verhalten

Mit einem Gedicht herausbekommen, was los ist; Gefühle wahrnehmen und artikulieren; Wirksatz erstellen, fiktive Geschichte dazu; verankern.

Heute habe ich den Triptychon Gestern – Heute – Morgen

selbst eingesetzt, weil ich mich in der Wahrnehmung von Gefühlen und deren Ausdruck stärken will.

Das war meine Anfang:

Gestern war Verwirrung , Verstörtheit und Erkenntnis

Heute ist  Empörung und Freisetzen

Morgen ist wieder Fröhlichkeit, frohes Schaffen und Leichtigkeit

Nach dem Schreiben habe ich gemerkt, dass ich vom Bauch, der mir Gefühle anzeigt, sofort wieder zu meinem Kopf eile und versuche, die Gefühle zu deuten und einzuordnen; von daher klingt es „kopfig“. Für heute habe ich beschlossen, dass das so gut ist, ich lasse die Substantivierung, die „ungs“ und „keiten“ stehen, weil es mir zeigt, dass ich noch nicht schreiben mag:

Gestern war ich verwirrt

Heute bin ich wütend

Morgen wieder froh

Aber indem ich beide Formen aufschreibe, lege ich den Weg frei, meine Gefühle zu akzeptieren, die Schleusen zu öffnen. Den Weg frei, um mich zu artikulieren, meinen Gefühlen Ausdruck zu geben, und zwar bevor die Emotionsbombe platzt. Mir tut das gut, weil ich viel zu oft meine Gefühle zwar wahrnehme, aber beschließe, „ich mach das mit mir ab„, ich stelle niemanden zur Rede; nicht weil ich konfliktscheu bin, sondern weil ich bislang der Meinung war, dass man anderen Menschen den Freiraum gibt, den sie brauchen, und dass das meine Aufgabe sei, diesen Zustand zu ermöglichen. Da mir aber zunehmend begegnet, dass das missverstanden wird und zu Übergriffigkeit führt, mir danach bestimmte Verhaltensweisen auf den Keks gehen und mir dann auch noch vorgeworfen wird, dass ich zu spät Einhalt gebiete, – uff, langer Satz – übe ich das jetzt mal anders und probiere es aus! Achtung Welt, ich komme:

Gestern war ich still und hörte zu

heute  unterbreche ich, spreche an und lass es raus

morgen bin ich klar, mit mir im Reinen und lache

Um die Veränderung besser zu verankern, hilft ein zusammenfassender Satz, der zeigt, was sich geändert hat und was ich künftig tun will:

Ich achte mehr auf meine Gefühle wie Wut und Irritation,  schätze sie als Zeichen, lasse sie  mein Gegenüber adäquat wissen, und fühle mich dann ausgeglichen und zufrieden. 

Dadurch, dass ich mir diese Schritte erarbeitet habe, sitzt der neue „Wirksatz“ viel besser, als wenn ich ihn nur irgendwo gelesen hätte, denn ich habe ihn jetzt quasi erlebt; jetzt könnte als Übung die Geschichte einer Frau kommen, die

a) in der ersten Szene den Konflikt hat, dass sie immer in Situationen gerät, in denen sie ihre Gefühle zugunsten von anderen zurückstellt

b) in der zweiten Szene das erkennt

c) In der dritten Szene den Ausstieg findet, die Lösung ihres Problems

Unser Gehirn weiß auf einer unbewussten Ebene nicht, was wirklich und was ausgedacht ist; insofern können wir uns das verankernd mit bewussten Schreibimpulsen nutzbar machen. Hausgemachtes Storytelling, Geschichten und Bilder gehen in unser „Erfahrungswissen“ ein, und wir können sie abrufen, noch bevor  wir in einer Situation sind, die wir nicht haben wollen. Unsere Geschichten können uns dann leiten und wir sind uns selbst der beste Coach.

Beste Grüße,

Susanne Diehm

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Herzens-Yoga im Hotel Hochschober

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Foto: Karina Wagner

In den vergangenen fünf Jahren haben wir im Hotel Hochschober einmal im Jahr eine Schreibwoche angeboten. Unter dem Motto „Stress reduzieren, Schreiben probieren“, lernten  Hotelgäste auf vergnügliche Art und Weise, wie sie den Alltag hinter sich lassen und schreibend Kraft sammeln können. Das „Wortreich“ im Hotel Hochschober und das „Chinesische Teehaus“ – ideale Kraftorte für Menschen, die bei sich selbst ankommen wollen. Das unvergleichliche Ambiente zwischen Bergen und Seen fördert die Gesundheit, die Umgebung und das liebevolle Umsorgen im Haus stärken. Diese Seminare dort waren Vorläufer der Schreibseminare zum  Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben, die ich jetzt als Teil von Sudijumi gemeinsam mit meiner Teamkollegin Jutta Michaud an der Charité für Patientinnen anbiete. Was gestressten Menschen hilft, unterstützt auch in der schweren Krise, die eine Erkrankung mit sich bringt. Vielleicht lassen sich auch schwere Krankheiten eher abfedern, wenn man schreibt?

Momentan ist das mein Schwerpunkt: Schreiben als Lebenshilfe für gesunde und weniger gesunde Menschen. Ein Angebot, mit dem wir jetzt dank einer Stiftungsinitiative durch 10 Städte in Deutschland, Österreich und Schweiz touren, Vorträge und Schreibworkshops halten und unser Buch „Mit Schreiben zur Lebenskraft“ vorstellen.

Yoga und Schreiben

Heuer (wunderbares Wort, oder?), also in diesem Jahr, hatte ich mir vorgenommen, für meine Schreibklienten zu schauen, wie ich ihnen aus dem Yoga Übungen und Einstellungen mitbringen kann, die ihnen helfen, besser zu leben. Yoga bedeutet Verbindung, etwas zusammen zu führen, das zusammen gehört; ich habe schon gute Erfahrungen mit Yoga und Schreiben gemacht. Abgesehen vom persönlichen Bedürfnis, selbst mal Ruhe zu finden, habe ich mich dafür im Hotel Hochschober für eine Woche einquartiert, denn ab dem 24.6. war Karina Wagner mit einem Herzens-Yoga-Kurs angekündigt. Ich kannte Karina und ihre Arbeit aus einem Besuch in einem anderen Jahr und schon damals hatte sie mich als Persönlichkeit und mit ihrem Angebot sehr beeindruckt. Wer den Blick aus dem Chinesischen Teehaus, in dem die Yogakurse stattfinden, kennt, der weiß, dass diese Veranstaltungen mit dem Blick auf den See eine eigene Tiefe bekommen. Jeden Tag waren Wolken und Wasser anders, auf der linken Seite dann noch der Blick auf knorrige, windzerzauste Bäume… das war, als ob man in einem Platz zwischen Himmel und Erde spirituelle Übungen machen würde um sich seines eigenen Glaubens zu vergewissern.

So war es auch dieses Mal.

Karina Wagner

Yoga ist für Karina weit mehr als nur sportliche Betätigung. Das Yoga, das sie anbietet, durchströmt das Herz und beginnt die Sicht auf das Leben zu verändern. „Rosarotes Yoga“ nannte es eine Tischnachbarin „Aber wenn man sich darauf einlässt, beginnt es zu wirken, das ist schon sehr erstaunlich!“

Karina hat Heil- und Lichtarbeit an vielen Ursprungsorten erlernt und vor allen Dingen hat sie selbst eine schwere Erkrankung überwunden – das macht sie so glaubwürdig. Ihr Yoga des Herzens ist ein spirituelles Yoga. Eine Öffnung dafür ermöglicht es der oder dem Yoga-Praktizierenden, eine tiefe Berührung und Freude zu empfinden. Bis hinein in jede Zelle fühlte ich mich erfrischt an manchen Tagen in dieser Woche. Karina ist großzügig in allem was sie gibt: Direkt nach dem Ende der Woche hatten alle Teilnehmenden schon die genauen Beschreibungen im E-Mail-Eingangsfach, Übungen aus dem Kundalini-Yoga, Atem-Meditationen, Tibetische Lichtmediation,  aber auch „Goldene Energieübungen“.

Ob das alles auch ohne ihre starke Präsenz wieder herzustellen ist, das muss die Zukunft zeigen. Karina ist zweimal im Jahr im Hotel Hochschober und leitet ansonsten den Pilgerhof in St. Wolfgang in Bayern.

Energiearbeit

Mir wurde in dieser Woche klar, dass auch meine Schreibanleitungen „Energiearbeit“ sind. Sie helfen Menschen, verschütt liegende Energie wieder wach zu machen, Blockaden zu lösen, wieder ganz zu werden und das neue Bewusstsein ihrer Kreativität wie ein Geschenk zu empfangen. Karina hat mir klar gemacht, dass ich für jeden meiner Klienten eine eigene, ihm angemessene Sprache finden muss, damit ich das, was möglich ist, bewirken kann. Die Macht der Worte, die aus dem Herzen kommen und im Herzen landen, die in andere Sphären führen, war mir vom Kopf her immer schon klar, aber hier durfte ich sie erfahren und sie fanden in Leib und Seele Ankerpunkte. Am liebsten würde ich wieder Yoga- und Schreibübungen kombinieren…das kommt vielleicht in der Zukunft.  Für diese Erlebnisse und die Intensität all dieser lichtvollen Augenblicke danke ich dem Hotel Hochschober und vor allem Karina Wagner.

 

Susanne Diehm

 

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