Aus der Sprachlosigkeit mit der Seelensprache


Seelensprache, was ist das? Ausdruck von Verbundenheit zwischen zwei Menschen, auch ohne Worte? Angelika U. Reutter ist Psychologin und seit 25 Jahren als Therapeutin in eigener Praxis in der Schweiz tätig. Sie ist Begründerin der Psycho- Energie-Therapie. In ihrem Buch „Wenn die Worte fehlen“. erschienen beim Scorpio-Verlag, spricht sie von der Kraft der Seelensprache. Das Buch ist auch für Angehörige von an Demenz Erkrankten gedacht. In einem ABC der Seelensprache gibt Angelika Reutter praktische Anregungen, untermalt von beispielhaften Geschichten, und stellt sieben grundlegende Übungen vor. Im A-Z beschreibt sie Begriffe wie Achtsamkeit, Begegnung, Gelassenheit, Mut und Nähe, Poesie und Vertrauen; Wahrhaftigkeit und Würde. Die Autorin hat auf der Suche nach der „Seele in den Worten“ diejenigen berücksichtigt, die eine stärkende und tröstende Wirkung entfalten. Es geht um tiefe Begegnung im Fluss des Lebens – auch am Ufer der Sprachlosigkeit.

Erinnern eigener Sprachlosigkeit
Zunächst hatte ich Schwierigkeiten mit diesem Buch. Erst als ich mein Herz öffnete und bereit war, Neues zu erfahren und Vergangenes zu erinnern, konnte ich hinter der Sprache liegende Seelen-Themen ausmachen. Denn mit einem Male erinnerte ich, wie ich in einem bestimmten Alter selbst sprachlos gewesen war, weil ich das Gefühl hatte, dass ich mich über Worte allein nicht mitteilen könne. Dass sie nicht genügen, dass sie nicht beschreiben, wie ich mich wirklich fühle, dass dahinter noch etwas ist; es war wie ein Sehnen, eine Sehnsucht, verstanden zu werden, ohne Worte zu verwenden. Mir fehlte das fühlende Hinhören eines Gegenübers, bei dem meine Seele mit einer anderen in Resonanz hätte kommen können. Daraufhin, nach dieser Erinnerung, konnte ich dem Buch und seiner Intention besser folgen.

„Die Erfindung des Lebens“
Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil war die ersten Jahre seines Lebens stumm. In seinem autobiographischen Roman „Die Erfindung des Lebens“ erzählt er davon, was ihm geholfen hat, die Worte wieder zu finden. In der Familie bleibt die Mutter nach einem Umfall sprachlos –das schwere Schicksal wirkt nach, blockiert. Aber der Vater behält die Zuversicht. Er führt den Jungen in die Natur und beginnt ihn eine präzise Wahrnehmung zu lehren. Erst zeichnerisch, über die Kunst, und dann wirft die Musik Licht ins Dunkel.

Aus der Sprachlosigkeit zurück ins Leben
Ich überlege mir, ob in meinem Leben eine Analogie zu finden sei: wir hatten auch einen Schicksalsschlag erlebt als Familie. Und die Wolke der Depression lag über der Familie seit dem Tod des geliebten jüngsten Sohnes. Also es gibt viele Situationen, in denen Menschen ihre Sprache verlieren, sich darin nicht mehr wohl und aufgehoben führen, weil ihnen Worte fehlen und nichts angemessen scheint. Und auch ich habe über den Zufluchtsort Natur/Wald meine Sprache wieder gefunden. indem ich mir Geschichten ausdachte und Freunde, die mich verstanden haben. und dann über die Musik, die so viel ausdrückte, was ich nicht sagen könnte. Aus dieser Erfahrung heraus ist mir das ABC der Seelenworte eine Notwendigkeit. Mir ist bewusst, was Menschen nach krisenhaften Ereignissen in ihrem Leben brauchen, und dass es lange dauern kann, bis sie vollumfänglich ihre Sprache wieder finden. Das ABC der Seelenworte ist eine gute Basis, aber es lassen sich noch mehr Begriffe finden, die uns in Kontakt bleiben lassen mit anderen Menschen, denen der Zugang zu Worten entglitten ist. Die Autorin Angelika U. Reutter freut sich, wenn ihr ABC um passende Worte ergänzt wird. Hier sieben grundlegende Übungen:
http://www.angelikareutter.ch/pdf/Sieben_grundlegende_Ubungen.pdf

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