Corona was entgegen setzen: Visionär in die Zukunft. Mit einer Fictionage.

Wenn in schwierigen Zeiten alles zusammen zu brechen droht, was man ein Jahrzehnt lang aufgebaut hat, dann ist es gut, wenn man sich ein Bild ausmalt, was die Zukunft im besten Sinne bringen kann….

Die Szene ins Präsens zu setzen, so als sei sie schon da, hat mir immer geholfen. So probiere ich es auch jetzt in meiner „Fictionage“, diesem Begriff aus Fiction und Reportage, den ich schon vor Jahren kreiert habe, und der eine neue Form der Schreibanregung im Repertoire „meiner“ Schreibpädagogen ist. Was ist wahr, was ist ausgedacht? Das bleibt offen, aber die Geschichte entwickelt ihren eigenen Sog. Beispiele für Fictionagen habe ich u.a. bei e-publi veröffentlicht.

„Ich betrete die neuen Räume des Schreibsalons Schöneberg. Es riecht nach Farbe, wir sind gerade erst vor kurzem eingezogen. Der ursprüngliche Schreibraum in der Langenscheidtstraße 12, wo alles begann, ist unsere Dependance, wenn wir ausgebucht sind und parallel Veranstaltungen fahren müssen.

Wer ist wir? Wir, das ist mein Team an Schreibpädagogen und ich. Sie freuen sich über den Aufschwung, denn auch sie profitieren von der Kooperation und der neuen Sichtbarkeit. Gemeinsam haben wir einen gelungenen Mix gefunden an Online- und Live-Veranstaltungen, und die neuen Räume im Schreibsalon Schöneberg bieten einen wunderbaren Rahmen dafür. Kollektiv lassen sich neue Meinungsgegenstände wie der Nutzen des Schreibens in so vielen Bereichen einfach besser vermitteln.

Es hat lange gedauert, bis wir das passende Grundstück gefunden haben. Zunächst hatten wir nur Häuser im Angebot, bei denen man einen Aufbau hätte machen können, aber das Investorenpaar, das unser Vorhaben unterstützt, und selbst eine Stiftung führt, wollte lieber neu bauen. Ohne womöglich jemanden zu verdrängen. So haben wir alle Menschen gefragt, mit denen wir vernetzt sind: Wo gibt es eine Baulücke in Schöneberg? Wo findet unser soziales und singstiftendes Projekt einen Platz? Auch dem unwahrscheinlichsten Hinweis sind wir nachgegangen. Bis wir es gefunden haben.

Nebenan aus der Kita, in der wir schon die Kleinsten mit Musik und Malen fördern, erklingt fröhliches Lachen. Die Lindenbäume, unter denen sie spielen, strömen einen süßlichen Geruch aus. Berlin halt im Frühsommer…

Ich gebe grade die Webinar-Weiterbildungsreihe frei, die ich zunächst für die Stiftung Eierstockkrebs aufgesetzt habe mit kleinen handgestrickten Formaten; mittlerweile haben wir das Schreiben für Gesundheit und Lebensfreude mit technisch versierten Partnern und schlicht: mehr Geld! so umsetzen können, dass es speziell für meine Online-Weiterbildungen einsetzbar ist. Die Therapeuten und Coaches kommen am Nachmittag in kleiner Corona-gerechter Gruppe zu mir nach Berlin, um noch mehr zum Thema Schreibdidaktik zu erfahren und ihre Prüfungen abzulegen.

Eine Kollegin, Andrea, ruft an. Wir besprechen, wie wir gemeinsam vorgehen wollen bei diesem Projekt, das international angesetzt ist, und die Pressearbeit mit Social Media vernünftig aufsetzen. mit den Stiftern im Haus spreche ich Termine ab, damit wir keine Kollision haben.

Kurz noch die private Verabredung treffen: Am Abend werden wir uns sehen, über die Projektarbeiten haben wir uns kennen gelernt, und ich bin gespannt, wie das mit uns weiter gehen wird… mein gutes Gefühl ist der Kompass, an dem ich mich ausrichte. Endlich mal Zeit für das Privatleben… ich lache mich selbst im Spiegel an. Geht doch! Mußte ich erst gut intensive 30 Berufsjahre hinter mich bringen und zwei Kinder aufziehen, um mir das zu genehmigen? Aber die Liebe jetzt ist die Schönste.

Da stößt jemand die Tür auf – meine kleiner aus Spanien geretteter Jagdhund-Verschnitt, ein kleiner brauner Wachtel mit ein wenig Deutsch-Drahthaareinschlag auf erstaunlich langen Beinen „lächelt“ mich an: sie zieht die Lefzen hoch, schüttelt Kopf und Körper vor lauter begeistertem Wedeln, und fordert mich auf, mit ihr rauszufahren.

„Noch nicht, Krümel“, sage ich, „ich muss erst noch die Blumen auf dem Sankt Matthäus-Friedhof pflanzen… aber dann geht es raus und wir nehmen ein Bad im See, erfrischen uns, bevor die Gäste kommen!“ Sie wartet geduldig vor dem Friedhofstor. Dann begleitet sie mich um die Ecke zu Sabine Hücks Atelier Culinario, immer einen Ausflug wert, und ich teile mir die Vorspeisenplatte mit meiner Kollegin Rebecca.

Leben, in dem produktiv arbeiten, verbunden und froh sein Hand in Hand geht. So wünsche ich mir das.“

Eine Fictionage können Sie auch schreiben… sie ist Bestandteil meiner Weiterbildungen. Sie bringt näher, was Sie sich wünschen… und was in einzelnen Bestandteilen vielleicht schon da ist.

Beste Grüße,

Susanne Diehm

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