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Schreibstimme? Hallo, wo bist Du?

Geh spielen, liebe(r) Schreiblustige(r): Deinen eigenen Stil, Deine unverwechselbare Ausdrucksweise, mit der Du Leser in den Bann ziehst, wie findest Du die? Wenn Du experimentierst. Spielerisch, locker schreibend, Gedanken aufs Papier werfend, ausprobierend. Ganz bei Dir selbst bleibend, ohne nach anderen zu schielen. Lass Worte und Sätze einfach raus. Überarbeite. Guck später noch mal drüber. Mit der Zeit schälst Du heraus, was Dich ausmacht.

Eine Übung, in der Deine Stimme sich mächtig erheben wird

Schreib doch mal Deine Reaktion auf einen kulturellen Verlust. Stell Dir vor, etwas, das Du magst, wird es nicht mehr geben. Für den einen das Opernhaus, für die andere das Kindertheater oder die Rockkonzert-Arena. Oder gleich ein Fußballstadion? Was auch immer Dir wichtig ist. Es ist weg, Du bist betroffen, wütend, schüttelst mit dem Kopf, erinnerst Deine Zeit dort. Die Form? Du könntest ein Manifest schreiben, in dem Du die Verursacher beschimpfst und zum Kampf gegen weiteren Abbau ausrufst. Oder einen Dialog mit einem Freund, dem das Kulturhaus auch wichtig war. Oder einen Zeitungsbericht. Oder einen Brief an jemanden, der nicht mehr hier wohnt. Wie kommt die Emotion rüber?

Dein Stil

Lange Worte, kurze Sätze? Metaphern oder Vergleiche? Slang oder Hochsprache?

Ich glaube, vor allem Deine Haltung zur Welt und zu den Menschen macht es aus.

Beim Schreiben lernst Du mehr, als ein paar Stilmittel zu benutzen. Und eines Tages wirst Du sagen: „So bin ich. Und so klinge ich.“ Dann hast Du Deine Schreibstimme und sie Dich gefunden.

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Autorin mit Schreib- / Kunst- und Kreativitäts-Therapeutischer Ausbildung

IEK_Susanne

Textberatung oder Schreibcoaching?

Ich begleite andere Autoren beim Schreiben. Seitdem meine Klienten wissen, dass ich neben dem Masterstudium zum Biografischen und Kreativen Schreiben  eine schreibtherapeutische Ausbildung absolviert habe, stellen sie mir andere Fragen als zuvor. Die Gespräche über Bücher und über das Schreiben haben sich verändert. Eine sehr persönliche Ebene ist dazu gekommen. Obwohl ich schon immer recht empathisch begleitet habe, wird mir jetzt noch mehr abverlangt. Ganz abgesehen vom Fachwissen muss ich sauber trennen, auf welcher Ebene wir uns bewegen und wie wir das Tandem Klient/Berater und Buchprojekt voranbringen.

Es wäre unlauter, an dieser Stelle ‚echte‘ Beispiele zu bringen, denn natürlich biete ich meinen Klienten den Schutzraum der Vertraulichkeit. Aber eine Frage taucht immer wieder auf:  Warum  schreibe ich und warum ist es mir so eine Herzensangelegenheit, gerade dieses Buch zu publizieren? Oft sind es eben nicht die nahe liegenden Gründe, warum sich ein Autor einem bestimmten Thema widmet.

Der Klient entscheidet!

Manchmal macht es Autoren die Sache leichter, wenn sie sich selbst ‚auf die Spur‘ kommen. Das kann den Druck raus nehmen, den der Autor verspürt.

So hatte ich zum Beispiel eine 35-jährige Frau in der Beratung, die sich mit dem Schreiben enorm anstrengte und nicht richtig zu ihrer Schreibstimme fand. Mit schreibtherapeutischen Impulsen trat dann die Erkenntnis zutage: Ein verstorbener Freund hatte immer vorgehabt, erst ein Sachbuch und dann einen Roman zu schreiben – den Roman konnte er leider nie beenden. Sie aber hatte das Thema für sich aufgenommen und schrieb nun stellvertretend. Da sie unbewusst aber immer seinen Ansprüchen zu genügen suchte, fand sie nicht heraus, welche Tonalität ihre eigene war. Als wir das herausbekommen hatten, dauerte es nicht mehr lange und sie schrieb quicklebendige, leicht erotische Kurzgeschichten für Frauen – das Thema ‚anspruchsvolle Literatur‘  hob sie sich für später auf.

Was das Tandem Coachee und Coach beglückt

Natürlich kläre ich mit meinen Klienten, ob wir an der Oberfläche bleiben wollen oder nicht. Für mich ist es einfacher, wenn wir ’nur arbeitstechnisch‘ Buchthemen abarbeiten und auf der Sachebene bleiben. Themen und Fragestellungen rund um die Buch-Produktion gibt es genug. Ständig muss im Prozess etwas entschieden werden.

Beglückender aber ist es, dem Klienten zu helfen, Persönliches zu entdecken und ihn dabei voran zu bringen. Die Hauptarbeit muss er allerdings selbst leisten: Ich gebe nur Impulse, künftig auch kunst- und kreativtäts-therapeutische, denn meine Ausbildung beim IEK Berlin habe ich bis auf wenige Module abgeschlossen. Obwohl mir Kunst und Musik-Theater seit meiner Teenagerzeit enorm viel Kraft gegeben haben, konnte ich erst über diese Ausbildung wieder zu dieser Ressource finden. So helfen die Kunst und das Einlassen darauf auch dem Coach.

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