Monatsarchiv: September 2015

Bewusstseinsberge versetzen

Meine Kollegin Jutta Michaud hat eine wunderbare, zeitaktuelle Übung zum Wort und Thema ‚Flüchtling‘ und dann ‚Alltagsflucht‘ kreiert, die ich gerne auch meiner Leserschaft vorstellen mag. Diese und andere Übungen machen klar, wie übermächtig die Macht der Medien ist; wir als Schreibende können uns dem reflektierend stellen und etwas entgegenhalten. Mir gefällt der Gedanke sehr, aus dem ‚Flüchtling‘ allein über die Wortwahl einen ‚Überlebenswanderer‘ zu machen! Probiert es mal aus, oder denkt darüber nach…. Eure SuDi

Jutta Michaud

In meinen Schreibgruppen erlebe ich es immer wieder: Das Wort bestimmt das Bewusstsein! Ja, ja, der Spruch heißt ursprünglich anders – aber wie bitte, äußert sich ein großer Teil unseres Bewusstseins? Genau: in Worten!

Letzte Woche bat ich die Teilnehmerinnen einer Schreibgruppe, neue Worte für den allgegenwärtigen Begriff „Flüchtlinge“ zu erfinden.

Schnell füllten sich die bereitgelegten Karteikarten mit frischen Wörtern:

Neubeginnende, Existenzsicherungspioniere, Ausreißer, Aufbrecher, Veränderer, Grenzüberschreitende, Überlebenswanderer, Lebenserhalter, Lebensgrundlagensuchende um nur einige zu nennen.

Was bei der anschließenden „Wörterausstellung“ auffiel und sogar jene überraschte, die sie notiert hatten, war die positive Energie, die in den Wortschöpfungen steckte. Das AHA-Erlebnis wurde in der folgenden Übung noch getoppt. In kleinen Zweispaltern, galt es nun, das Wort „Flüchtlinge“ durch die Neuschöpfungen ersetzt.

„Mein Gott“, so eine Teilnehmerin, „mir ist noch nie aufgefallen, wie oft der Begriff „Flüchtling“ in so einem kleinen Artikel vorkommt!“ „Ja“, stimmte eine andere zu, „bei dieser Ballung ist es…

Ursprünglichen Post anzeigen 294 weitere Wörter

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

Lernt Schreibberufe kennen!

Wer ein neues Spektrum an Schreibberufen kennen lernen möchte – jenseits von den bekannten Berufen wie Journalisten, Dramatikern, Schriftstellern und Werbetextern-, für den schreibe ich jetzt und auch in den kommenden Monaten immer mal wieder etwas dazu. Ein erster Überblick zu neuen Schreibberufen gleich hier!

Wer dann in die Tiefe gehen will: Soeben ist ‚Die Macht der Worte – Schreiben als Beruf‘, das gemeinsame Buch von Michael Firnkes und mir, bei mitp in der zweiten Auflage erschienen. … gerne stehe ich für Fragen zur Verfügung, denn nach 30-jähriger Tätigkeit im Schreibberuf habe ich Erfahrung in vielen dieser Gebiete.

Die Macht der Worte

Schreibberufe… in denen nicht nur geschrieben wird. Welche Berufe sind das:

Schreibpädagoge/Dozent für Kreatives Schreiben, Schreibtrainer, Schreibtherapeut, Schreibcoach, s. Berufe aus ‚Die Macht der Worte‘

Wo kann man damit arbeiten:

Schreibpädagoge/Dozent für Kreatives und Wissenschaftliches Schreiben: an der Uni, bedingt auch an Schulen, Instituten wie dem DIL, dem Deutschen Institut für Lerntherapie, Volkshochschulen, … als Schreibgruppenleiter zur Literarischen Geselligkeit fast überall, wo es einen Raum und Kundeninteresse gibt.

 Schreibtrainer:

  • in Unternehmen wie Banken, dem Theater, Behörden usw….

 Schreibtherapeut:

  • In eigener Praxis mit Klienten, die den Weg in die Kreativität finden wollen, Selbsterkenntnis erlangen oder Problemlösungen finden;
  • Autoren mit Schreibhemmnissen
  • in Projekten der Jugendarbeit wie beim ubs.e.V. (Verein für Umwelt, Bildung und Soziales),
  • in Kooperation mit Psychotherapeuten
  • in 4* Hotels, die Interesse an ‚Gesundheitsförderndem Kreativem Schreiben‘ haben

Schreibcoach/Schreibberater:

  • bei Self-Publishing-Verlagen wie e-publi sollte es zusätzlich zum Lektorenservice mittelfristig eine Möglichkeit zum Schreibcoaching geben
  • bei Unternehmen in der Internen Kommunikation als Schreibcoach von Geschäftsführern und Personalleitern, oft auch
  • bei Bereichsleitern, die intern eigene Newsletter für ihre Mitarbeiter herausgeben wollen oder Reden halten müssen
  • bei Unternehmen in der Externen Kommunikation als Schreibcoach von Marketing-Experten
  • bei Studi-Lektor.de,
  • bei privaten Klienten, die Autor werden wollen, oder andere Texte erarbeiten – vielleicht auch ihre Lebens-Abschnitts-Biografie oder ein Memoir schreiben
  • im Internet, als Ratgeber (Online-Magazin) und Kursanbieter

Wie und wo kann man eine Ausbildung machen:

Sie findet im ‚Salon Anna Blume‘ in Berlin statt: http://salonannablume.wordpress.com

Individuell zugeschnittene Ausbildung: Sie lernen, was wir können, basierend auf dem, was Sie mitbringen

Was unterscheidet sie von bisherigen Schreibberufen?

In bisherigen Schreibberufen wie Journalist, Autor, Dramaturg, Blogger, Werbetexter schrieben wenige Auserwählte; jetzt   erkennt man (wie bei den Angelsachsen schon lange), dass Schreiben zum Teil auch Handwerk ist bzw. die Funktion hat, einen direkten Draht zum Unbewussten herzustellen. Schreiben als reflexive Praxis! Daher liegt der Hauptunterschied in den Pädagogik- oder Künstlerischen Therapie-Kenntnissen, die Schreibpädagogen oder Schreibtherapeuten haben müssen.

Welche davon sind echte Berufe und welche ergänzende Dienstleistungen?

Alle diese Berufe können echte Berufe sein – evtl. Spezifizierungen/Zusatzausbildungen, z.B. von Pädagogen oder Psychologen

Kann man damit Geld verdienen? Ja. Einige unserer Kollegen sind so gut im Geschäft, dass sie Aufträge ablehnen müssen, weil sie es zeitlich nicht mehr schaffen. Andere haben es schwer in diesem recht jungen Berufsfeld – auch, weil es noch viel zu wenig Berichte und Veröffentlichungen über dieses Feld gibt.

Ich liebe meinen Beruf: Das künstlerische und pädagogische Feld des Schreib- und Lerntherapeuten. Ich arbeite mit Einzelklienten und Gruppen. Themen sind vielfältig: Von „Welchen Beruf will ich ergreifen? “ über „Wie kann ich Krisen beflügelt bewältigen?“ bis hin zu: „Wo geht die Zeit mit mir hin? Was will ich noch im Leben?“

Was haben die Klienten davon?

Das Spektrum reicht von „Wohlbefinden und Freude über Schreibübungen erzeugen“ „Im Flow sein“, “Schreiben als reflexive Praxis‘ über ‚Schreibend lernen‘ hin zu ‚Schreibend sich selbst erkennen und Probleme lösen‘ oder gar ‚Schreibend sich selbst motivieren‘ oder ‚Schreibend für die Gesundheit sorgen‘.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

Schreibpraxis: Figurenbau

Die Zeit mit Deiner Figur allein ist wichtig. Wenn Du beschreibst, wie sie in ihrer Wohnung herumtigert, rastlos, oder in aller Ruhe eine Orange schält, dann charakterisierst Du sie. Ein Bild entsteht im Kopf des Lesers. Du bietest an, dass sie unbewusst in Interaktion geht mit der Figur, die rastlos oder ruhevoll agiert. Es löst Gefühle aus, die Figur so zu betrachten… und genau das wollen wir als Schreiberlinge! Charaktere schaffen, die berühren. Cornelius Hartz zeigt in der Andeutung, wie Ihr es erreichen könnt, Eure Leser in die Identifikation mit einer Figur zu bringen oder sich von ihrem Charakter abzugrenzen – jedenfalls voll dabei zu sein beim Lesen! Übt das, es hilft…

kapitel eins

Man muss seine Figuren kennen, das ist das A und O, und darum kommt kein Autor herum. Egal wie plot driven ein Roman ist (z. B. ein Krimi oder Thriller), wenn die Figuren nicht nachvollziehbar sind, wenn sie wie Abziehbilder wirken, man sie nicht „vor sich sieht“, entsteht einfach kein guter Text.

Damit ist nicht gemeint, dass man sie so gut wie möglich beschreiben muss. Man kann seine Figuren auch ohne langatmige Beschreibungen charakterisieren, z. B. dadurch, wie sie mit anderen im Dialog interagieren – überhaupt sind die Beziehungen der Figuren untereinander sehr wichtig.

Manche Autoren arbeiten mit einem Fragebogen, den sie bei der Figurenkonzeption für ihre Protagonisten ausfüllen – Geburtsort, Sternzeichen, Lieblingsfilm, Lieblingsessen, Lieblingssong … Das kann ganz hilfreich sein, eine Art Steckbrief sollte man sich schon deshalb machen, um nicht mit Alter oder Namen durcheinanderzukommen. Aber zur wirklichen Charakterisierung sind andere Dinge wichtiger.

Wenn du eine Figur entwirfst…

Ursprünglichen Post anzeigen 91 weitere Wörter

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

Genussvolles, heilsames Schreiben

Schreiben kann unglaublich genussvoll und entspannend sein, wenn man einfach seinen Ideen und Impulsen folgt. Zum Spiel mit Wörtern und Gedanken laden vom 13. bis 18. September die Schreibtrainerinnen Susanne Diehm und Gitta Schierenbeck, beide M.A. Biografisches und Kreatives Schreiben. Am 13. September beraten wir diejenigen, denen es richtig ernst ist mit dem Schreiben und die ein Buch veröffentlichen wollen. Am Abend beginnt dann das spielerische Schreiben…

Hier Info- und Anmeldeadresse

https://www.hochschober.com/kreativ/schreiben-malen/

Kontakt
A-9565 Turracher Höhe | Kärnten
T.: +43 4275 8213
urlaub@hochschober.com

Inhaltliche fragen gerne an mich:

mail@susanne-diehm.de

Inspirationen:

https://schreibenbefluegelt.wordpress.com/2015/07/12/alles-was-die-wahrnehmung-erweitert-ist-inspirierend/

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES