Besser mit Gefühlen umgehen – Schreibtherapie zur Prävention

‚Radikale Akzeptanz‚ und ’nicht zu früh bewerten‘ zu lernen: Das sind Bestandteile der  Dialektisch-Behaviorale Therapie. Im Zeit-Artikel von Katrin Zeug ausführlicher zu lesen: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/05/psychiatrie-krise-suizid-depressionen

Neben anderen Methoden verwenden wir Elemente auch dieser Therapie, sie sind Bestandteil unserer Schreibkurse und Einzelcoachings. Bewusst wahrnehmen und aufschreiben. Sich selbst auf die Spur kommen. Gefühle in Texten ausleben und herausfinden, was dahinter steckt. Dann entscheiden, ob sie angemessen sind und wie ich besser mit ihnen umgehe. Das dient als Prävention von Krisen und Depression. So arbeiten wir außerhalb der Heilkunde, aber kommen mit völlig unscheinbaren Methoden leicht an unbewusste Ressourcen heran.

Leider unterlegt die Autorin das Versprechen in der Unterzeile des Zeit-Artikels „Wie man Gefühle zu Verbündeten macht“ nicht ausführlicher mit Praxisbeispielen. Ein einfaches Beispiel aus schreibdidaktischer Praxis dazu.

Wie Gefühlen ausgelebt und verwandelt werden können:

  1. a) Schreib ein Gefühlsgedicht. Wie sieht sie aus, die Wut, wie schmeckt sie? Wie klingt Wut, was ist sie für mich? Einfach die Sätze selbst beenden:

Wut

sieht aus … wie flackerndes rotes Feuer

schmeckt nach … Eisen

klingt wie … der Hammer, den der Schmied auf den Amboss schlägt

Wut ist… meine Erlösung, hilft mir aus der Angst heraus

  1. b) Schreib danach eine Geschichte, in der eine Frau ihre Wut zur Verbündeten macht. Das bringt interessante Ergebnisse… auf einmal wird klar, woher die Wut kommt, woraus sie sich speist und wie die Schreibende damit umgehen kann.

Schreib im Anschluss, wie sie künftig der Wut begegnen wird. Warum nicht mit einem Elfchen oder Schneeball, einer einfachen lyrischen Form?

Wut

ich spüre

sie heran rollen

ich betrachte sie gelassen

gebe ich nach?

ich spüre

NEIN

Wir -Sudijumi- veranstalten regelmäßig Weiterbildungen zum Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben https://sudijumi.wordpress.com/coaching/

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Melancholie als Thema in der „Psychologie heute compact“

Melancholie, nicht Depression: Melancholex zieht in seinem Blogbeitrag die Ausgabe der ‚Psychologie heute‘ heran und fasst schön zusammen, was diesen Gemütszustand ausmacht.

Melancholex

Als ich vor kurzer Zeit in Hannover die kurze und hektische Zeit zwischen zwei Zügen in einem Zeitschriftengeschäft verbrachte, erregte eine Überschrift meine Aufmerksamkeit: Melancholie. Eine Ausgabe der „Psychologie heute compact“ widmet sich diesem Gemütszustand. Ich möchte mit diesem Beitrag auf einige Schwerpunkte dieser Zeitschrift eingehen und sie kurz zusammenfassen, möchte meine Gedanken dazu mitteilen, denn die Zeitschrift hat mich sehr beeindruckt.

Melancholie im Laufe der Zeit

In der Antike galt die Melancholie als einer der vier Gemütszustände, mit denen sich Menschen in die „Vier-Säfte-Lehre“ einteilen ließen. Der Choleriker gilt auch heute als jähzornig und unbeherrscht, der Phlegmatiker als lahm und schwerfällig. Der Sanguiniker – dessen Bezeichnung heute aus dem Wortschatz verschwunden zu sein scheint – bezeichnet einen heißblütigen, lebensfrohen Menschen. Und der Melancholiker gilt als gedankenversunken (bzw. wie ich in der Zeitschrift lernen durfte: kontemplativ) und trübsinnig. In der Antike glaubte man, den Melancholikern fließe nicht nur Blut durch…

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was ist eine muse und was hat sie mit liebe zu tun?

Lockstoff für die Kreativität: Die Muse!
In Memoriam Christoph Zirkel, vor etwa fünf Jahren viel zu früh gestorben… hier seine Gedanken zur ‚Muse‘, wiederauferstanden und zum Lesestoff gemacht von Eurer Sudi

schreibschrift

musen sind mysterien, die schwer zu beschreiben sind und sehr subjektiv ihre wirkung entfalten. musen sind menschen, die künstlerisch tätige menschen in ihrem schaffensprozess animieren. doch wodurch sie die künstlerInnen zu ideen anregen, das ist beinahe unmöglich zu beschreiben. die verbindung zwischen künstlerInnen und ihren musen geht weiter als eine freundschaft.

in einer guten freundschaft tauscht man seine erlebnisse und stimmungen aus, man unterstützt sich gegenseitig und man gestaltet die freizeit gemeinsam. im laufe der zeit lernt man sich sehr gut kennen, weiß wie der oder die andere denkt und fühlt. mit einer muse muss einen keine freundschaft verbinden. es genügt eine schwingen auf der kreativen ebene. die muse muss anscheinend gar nicht viel tun, muss sich nicht mit der lebenssituation der kreativen auseinandersetzen. sie muss nur da sein und so sein, wie sie ist.

eine muse hat anscheinend eine ausstrahlung, die einen auf ideen bringt. natürlich transportiert sich die…

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Shadows in the Sun – Unter dem Himmel der Toskana

Grade Florenz für meine Tochter gebucht. Und Filmbeschreibung gefunden bei Simon Segur… möchte jetzt auch nach Italien fahren…
Sehr schön die letzte Szene, die Simon in seinem Film-Blog herausgegriffen hat… viel Spaß beim Schauen.

__________________ ein buch wie kings turm

Erst vor kurzem entdeckte ich diesen Film von 2005, der mir ausnehmend gut gefiel. Gedreht hat ihn der Amerikaner Brad Mirman, bis dahin eher als Drehbuchautor von Action-Streifen bekannt. Dementsprechend einfach gestrickt ist die Story dann auch: Junger Lektor, der natürlich eigentlich Schriftsteller sein möchte, wird in die Toskana geschickt um dem großen, alten (fiktiven) Autor Weldon Parish ein neues Roman-Manuskript aus den Rippen zu leiern. Der suhlt sich nach dem Tod seiner Frau nämlich seit Jahrzehnten in Selbstmitleid, Schreibblockade und knurriger Misanthropie. Der junge Schreiberling muss sich denn auch arg anstrengen, um das Herz des Alten zu berühren – und verliert sein eigenes wenig überraschend an die hübsche Tochter des Meisters.

So kurz, so kitschig.

Hier der Trailer:

Obwohl also diverse Klischee-Glocken klingeln, funktionierte der Film für mich wunderbar, was freilich wieder einmal den Schauspielern geschuldet ist: Getragen wird „Shadows in the Sun“ von einem großartigen Harvey Keitel, dem…

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Zum Teufel mit all den Schreibregeln!

Jonas Torsten Krüger alias Simon Segur findet immer wieder schöne Worte, um Autoren zu mehr Mut aufzufordern oder, wie hier, die sich trendhaft verändernden Schreibregeln zum Teufel zu jagen! -viel Spaß beim Lesen – Eure Sudi

__________________ ein buch wie kings turm

Als die ersten Bücher zum Schreiben auf dem deutschsprachigen Markt auftauchten – vom amerikanischen Creative Writing nach Europa geschwappt – war ich begeistert. Eines der ersten, mittlerweile Standardwerk und Klassiker, erschien 1997 beim Verlag 2001: Sol Steins „Über das Schreiben“. Damals (wie heute auch) liebte ich dieses Buch, war unser Kulturkreis letzten Endes doch nach wie vor geprägt von der romantischen Idee des Dichter-Genies, von jenem nur durch den Musenkuss sich entwickelnden Schriftsteller. Mit Sol Stein redete endlich mal jemand Klartext, erklärte das Schreiben zum Handwerk und gab Tipps, Ratschläge und Trainingsaufgaben.

Seitdem sind fast 20 Jahre den Wasserfall der Zeit heruntergeplatscht. Mittlerweile ist die Zahl der Schreibratgeber unüberschaubar geworden, haben sich die Publikationsmöglichkeiten verhundertfacht und der Studiengang „Literarisches Schreiben“ an den Unis Leipzig und Hildesheim etabliert.

Das ist alles sehr schön so.
Aber:
Mittlerweile habe ich auch das Gefühl, dass wir Schreibende vor lauter Bäumen, also Regeln, den Wald…

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Schreiben oder Lesen kann wie Medizin wirken

In letzter Zeit werden wir von Patientinnen öfters gefragt, was wir empfehlen, wenn sie sich durch Schreiben oder Lesen stärken wollen. Es gibt viele Möglichkeiten! Natürlich empfehlen wir erst einmal den Besuch in einer Schreibgruppe – da können Sie schreiben UND lesen. Wer ein Einzelcoaching bevorzugt, kann uns gerne in Berlin im Salon Anna Blume besuchen.

Wir arbeiten an einem schreibtherapeutischen Buch – aber bis es erscheint, hier einige andere Empfehlungen. Die Bücher hier sind im Blog „Leselebenszeichen“, von Ulrike Sokul, der Buchhändlerin unseres Vertrauens, rezensiert worden.

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/01/24/erfolgreiche-blogtexte/

Wie eine Rezensentin gesagt hat: „Das Buch (Erfolgreiche Blogtexte) ist nicht nur für’s Bloggen gut, sondern für’s Leben allgemein“. Es ist nicht speziell auf Leben mit Krankheit ausgerichtet, oder für das Bloggen am Krankenbett, aber hier sind viele Tipps zu finden, wie Sie mit Leichtigkeit ins Schreiben kommen können. Schließlich geht es darum, mit Kreativität aus einer drohenden Blockade herauszukommen. Sie können in einem Schreibjournal die Gedanken aufschreiben, mit denen Sie schwer umgehen können. Worüber Sie sich täglich freuen und was Sie belastet, können Sie zu Papier bringen.  Das kann nicht nur zur Entlastung führen, sondern auch dazu, die wichtigsten Fragen jetzt pragmatisch anzugehen. Schreiben als Problemlösungs-Instrument. Wer schreibt, antwortet seiner Seele. Und wird gestärkt, wenn er seine eigene Kreativität wieder aufblühen lassen kann.

Wer lieber liest, als selbst zu schreiben, ist hiermit gut beraten:

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/10/11/lesen-als-medizin/

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/05/15/das-geheimnis-der-heilung/

Und wer seine Texte zum Motto „Leben und Lebensfreude einreichen möchte:

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Hier gibt es mehr Infos dazu.

Beste Grüße,

Eure Sudi

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Was vom Tagen übrig blieb. Gedanken zum Bundes-Selbsthilfekongress für Frauen mit Eierstockkrebs

Meine Teamkollegin Jumi hat den Kongress der Selbsthilfegruppen aus einer wichtigen Perspektive heraus beleuchtet: Ohne Selbstbewusstsein und Selbstverantwortung drohen Patientinnen ‚dem faktischen Druck‘ zu erliegen, wenn sie nach der Diagnose nicht sehr bewusst nachfragen und einfordern… selbst wenn Ärzte an Kliniken wie der Charité schon geschult werden für diesen Moment, gibt es doch genug Krankenhäuser, die weniger gut mit diesem sensiblen Moment umgehen. Hier ihr Artikel:

Jutta Michaud

„Wenn ich irgendwann einmal Eierstockkrebs haben sollte, werde ich mich sofort an eine Selbsthilfegruppe wenden“, sagte meine Teamkollegin Susanne Diehm, als wir uns nach dem Kongress auf den Heimweg machten. „Mmmh“, zögerte ich. „Ich bin mir nicht so sicher. Eher nicht.“ Mein erster Impuls hatte damit zu tun, dass ich ernsthafte Krisen bislang immer schreibend bewältigt habe. Doch mit etwas Abstand veränderte sich meine Perspektive grundlegend. Das Gehörte hat Spuren und Einsichten hinterlassen.

Zusammen ist man weniger allein – und das kann lebenswichtig sein

Andrea Krull und Brita Jung verdeutlichten einleitend in einem szenischen Intro, was in einer Frau vorgeht, die überraschend mit der Diagnose Eierstockkrebs konfrontiert wird. Von jetzt auf gleich todkrank – das ist ein Sturz ins Bodenlose. So ist das häufig bei dieser heimtückischen Erkrankung, die meist im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Ärzte denken selten an Eierstockkrebs, wenn Frauen sie aufgrund von Schmerzen im Bauchraum konsultieren und…

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