Schreibend neue Energie finden

Wer zu einem Schreibcafé kommen mag, das Dozenten aus dem Studiengang Biografisches und Kreatives Schreiben an der Alice-Salomon-Hochschule anleiten, ist am 4. Dezember ab 18 Uhr herzlich eingeladen, in die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek zu kommen. Meine Teamkollegin Jutta Michaud und ich freuen uns, Sie begrüßen zu können!  Hier die Ausschreibung der Bibliothek. Wir stellen kurz unser neues Buch vor, das in Zusammenarbeit mit einer Stiftung entstanden ist und im März beim Kösel-Verlag erscheint, und dann geht es los mit dem Schreib-Workshop, der Ihnen neue Energie verschaffen soll.

Mit herzlichem Gruß,

Team Sudijumi

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Gezielt einsetzen: Sport und Schreiben

Bewegung und Schreiben passen sehr gut zusammen: Gute Erfahrungen habe ich sowohl mit Schreibworkshops für Autoren „Schreiben und Yoga“ in Zusammenarbeit mit Dorothea Lüdke als auch bei „Body-Mind-Art-Workshops“ mit Jutta Michaud gesammelt, die uns bis nach Gomera führten. Damals schon hatten wir festgestellt, wie die Kombination die Möglichkeiten potenziert und  Menschen darüber energetisch in Schwung kommen.

Jetzt bietet meine Sudijumi-Teamkollegin Jutta Michaud verstärkt ihre eigens entwickelte Form der Verbindung von Schreiben und Sport an. In Einstimmung dazu hat sie eine spannend zu lesende Kurzbiographie von Joseph Pilates verfasst. Die Historikerin und Autorin Eva Rincke hat in ihrer Biografie gezeigt, wie genaue Beobachtung und Hingabe an ein Thema auch ohne Studium Erfolge erzielen können – Joseph Pilates hat leider nicht mehr erlebt, wie seine Methode die Welt eroberte. Zu Jutta Michauds toll zu lesendem Artikel, der eine Analogie zieht zwischen den Anfängen des Pilates und der Schreibtherapie, geht es hier: https://schreibzeit-entwickelt.de/2018/11/20/pilates-bierbrauer-boxer-heiler-und-erfinder-das-leben-einer-fitnesslegende/

Viel Spaß beim Lesen und beim Ausprobieren dieser Kombination von Pilates und Journaling: https://schreibzeit-entwickelt.de/2018/11/12/write-in-e-motion/#more-1233

SuDi

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Thomas Mann und die Musik

Norman Weiß zu „Thomas Mann und die Musik“ – inwieweit für Thomas Mann die Musik der Zeitgenossen nicht nur inspirierend, sondern auch therapeutisch wirkte: Die Antwort blitzt zwischen den Zeilen dieses wunderbaren Blogartikels auf. Viel Spaß beim Lesen – SuDi

notizhefte

Für Liebhaber des Werks von Thomas Mann und der klassischen Musik stellt sich natürlich bei der Lektüre schnell die Frage nach dem näheren Verhältnis des Autors zu derselben.

In diesem Essay möchte ich erstens auf die Bedeutung von Musik im Privatleben von Thomas Mann eingehen, zweitens einen Blick auf sein Schreiben über Musik und Musiker werfen und drittens die hochkomplexe Behandlung der Musik im Werk zumindest ansatzweise ansprechen.

Dabei strebe ich weder Vollständigkeit an, noch versuche ich, musik- oder literaturwissenschaftliche Maßstäbe zu erfüllen. Es handelt sich um die überarbeitete und erweiterte Fassung eines Vortrages, den ich im Oktober 2018 vor Freunden gehalten habe.

1. Privatleben

Zunächst zum Privatleben, das Ausgangspunkt für das Folgende gewesen war: Die Mutter Thomas Manns, Julia Mann, geborene da Silva-Bruhns, war selbst musikalisch und hatte regen Kontakt zu Musikern und Sängern. Dies war bereits in Lübeck der Fall und setzte sich nach dem Umzug nach München…

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Schreibseminare für die Gesundheit

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Professor Jalid Sehouli, Chefarzt an der Frauenklinik der Charité, ist einer der renommiertesten Spezialisten für Krebserkrankungen weltweit. Engagiert setzt er sich für verbesserte Kommunikation zwischen Arzt und Patient ein und hat mit seinem Buch Von der Kunst schlechte Nachrichten gut zu überbringen viel Medienresonanz erhalten. Wir –Jutta Michaud und ich– haben ihn, den Autor und Arzt,  für eine Zusammenarbeit mit uns, Sudijumi, gewinnen können: Seit 2016 halten wir an der Charité Schreibseminare zur Gesundheitsförderung. Daraus – und im Einklang mit  unseren schreibtherapeutischen Erfahrungen an vielerlei Institutionen – ist unser gemeinsames Buch entstanden: Mit Schreiben zu neuer Lebenskraft, das Dr. Adak Primorady, Ärztin und Künstlerin, einladend illustriert hat.

Mit Schreiben zu neuer Lebenskraft: Da das Schreiben bei allen chronischen Krankheiten helfen kann, die Krise konstruktiv zu bewältigen, es Lebensfreude und mehr Leichtigkeit bewirken kann, stellen wir es in unserer Schreibtour deutschlandweit vor. Erste Stimmen sagen: „Man muss nicht krank sein, um vom Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben zu profitieren!“

Wir sind überzeugt davon, dass ausgelebte Kreativität auch präventiv wirken kann. Nicht zuletzt darum haben wir mit Dr. Adak Pirmorady als Vorstandsvorsitzender die Europäische Künstlergilde für Medizin und Kultur gegründet . Die Künstlergilde will sich u.a. für verstärkten Einsatz künstlerischer Therapien in der Medizin einsetzen, ein ganzheitliches Vorgehen bewirken, Medizin und Kultur miteinander verbinden.

Wer das Gesundheitsfördernde Kreative Schreiben in Vortrag und Mit-Mach-Workshop erleben will: Herzlich willkommen bei den Veranstaltungen unserer Schreibtour quer durch Deutschland! Bitte melden Sie sich an bei presse@stiftung-eierstockkrebs.de Eintritt ist dank der Stiftung Eierstockkrebs kostenfrei möglich. Nächste Station: Mainz, 28.11., ab 16 Uhr, im Klinikum eingebettet in informative Vorträge und mit einer Vorstellung von Anna Faroqhi, die in  Krebs Kung Fu beeindruckend gezeigt hat, wie man auch mit Zeichnen dem Krebs begegnen kann.

Susanne Diehm

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2. Veranstaltung Europäische Künstlergilde Medizin und Kultur

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Gestern, am 5. November 2018, fand die zweite offene Mitgliederversammlung der Europäischen Künstlergilde für Medizin und Kultur auf dem Charitégelände am Campus Virchow Klinikum statt. Vorstandsvorsitzende Dr. Adak Pirmorady moderierte gewohnt souverän den Abend. Mediziner, Musiker, Therapeuten, Autoren, Tänzer, eine Politikerin, ein Dirigent, Journalisten, Wissenschaftler, Künstler – viele Gäste, die der jeweils anderen Disziplin gegenüber aufgeschlossen  sind oder sie selbst ausüben. Schließlich sollte und würde es um interdisziplinäre und interkulturelle Zusammenarbeit gehen.

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Im Team hatten Katrin Laville, Nike Spinnler und ich den reibungslosen Ablauf vorbereitet. Viele Menschen haben sich im Vorfeld positiv über unsere Initiative zur humanen und kulturbewussten Medizin geäußert und sind in den Verein eingetreten.  Danke dafür!

Der Vortrag 

Hauptattraktion in der 7. Etage mit Blick über Berlin war der Vortrag unseres Beiratsmitglieds Prof. Dr. Michael Stark, Präsident der New European Surgical Academy (NESA), Pianist, Wissenschaftler und renommierter Frauenarzt, der die Operationstechnik des Kaiserschnittes weltweit revolutionierte.  Sein Thema:

                                           „Der Zugewinn von Kunst für die interdisziplinäre Arbeit in der klinischen Praxis“

In seinem amüsant und informativ gehaltenen, aber auch nachdenklich stimmenden Vortrag stellte der international agierende Professor die Spanne vor, in der Frauen heutzutage ihre Kinder bekommen, zwischen Artificial Intelligence und echter Menschlichkeit: Vom hoch technisierten OP, in dem Roboter Teile der Aufgaben von Ärzten übernommen haben, bis hin zu auf der Straße tanzenden Ärztinnen in Indien,  die Geburten mit Lebendigkeit und Freude feiern, sahen wir Bilder, die sehr kontrastreich wirkten. Professor Stark hat Musik und Medizin beispielhaft zusammen gebracht in einem Verfahren, das einer Partitur für die Chirurgie gleicht:

Als Vorreiter des „sanften Kaiserschnitts“ etablierte Dr. Michael Stark am Misgav-Ladach Hospital in Jerusalem eine moderne Operationstechnik, bei der weniger geschnitten und dafür mehr gedehnt wird. U. a. können Komplikationen und Wundschmerzen sowie die stationäre Verweildauer  reduziert werden. Die Übertragung der einzelnen Schritte in eine Art Partitur ist insbesondere in China ein Bestseller. Aber Dr.  Stark engagiert sich vielerorts:  Untersuchungen zum Einfluss von Musik pränatal auf Kinder lassen interessante Ergebnisse erwarten.

Quo vademus?  IMG-20181106-WA0000.jpg

Vom Altertum, wo Hippokrates als griechischer Begründer der Medizin schon sagte, dass Wärme und Sympathie manchmal mehr bewirkten als Skalpell und Medikamente, kamen wir in einen lebhaften Austausch über die Rolle der Medizin heute und wie Kultur und Medizin sich bestmöglich ergänzen können; „Quo vademus, wohin gehen wir?“, war die Frage des Abends, die natürlich nicht abschließend behandelt werden konnte. In Arbeitsgruppen (Humane und kulturbewusste Medizin/ Musik/ Bewegung/ Tanz/ Malen/ Skulptur/ Literarisches und Therapeutisches Schreiben) werden wir erarbeiten, wie die Sehnsucht und Offenheit unserem Thema gegenüber gebündelt werden kann, wie Vernetzung von Gleichgesinnten vonstatten gehen, welche Projekte wir umsetzen werden, und wie unsere Erkenntnisse möglicherweise in Medizinische Curricula einfließen können.

Kooperation von Stiftung Eierstockkrebs und Europäischer Künstlergilde  

Begonnen hat Professor Sehouli mit seinen Aktivitäten zum Welteierstockkrebstag schon vor einiger Zeit, im letzten Jahr haben wir Therapeutisches Schreiben im Klinischen Umfeld in Berlin vorgestellt und tragen diese Möglichkeit jetzt über unsere Vorträge und Schreibworkshops www.schreibtour.info deutschlandweit in Kliniken; wir bilden Therapeuten und Ärzte weiter im Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben; im kommenden Jahr wird es eine Kooperation von Stiftung Eierstockkrebs und Europäischer Künstlergilde geben mit einer Aktion zum Malen inklusive einer Wanderausstellung.

Eine Kreativ-Studie an der Charité zum Stand der Dinge ist in Arbeit; Vorträge und Bücher zur Frage, wie wir Kreativität zum Nutzen nicht nur von Patienten, sondern auch Ärzten fördern können, entstehen; Prof Sehoulis Buch „Die schlechte Nachricht besser überbringen“ mit Appell zur verbesserten Kommunikation wird medial sehr interessiert aufgenommen; unser Buch „Mit Schreiben zur neuer Lebenskraft“, das Gesundheitsförderndes Kreatives Schreiben als Übungsbuch für Frauen mit Krebserkrankungen, aber auch als generell Lebensfreude fördernde Methode vorstellt,  erscheint im März beim Kösel-Verlag.

Wie Musik und Design Menschen zum Schwingen bringen, haben wir an diesem Abend auch schon mittels des „Akustik-Balls“, einem dynamischen Lautsprecher, erfahren… Der für den Design Award nominierte Designer des Balls, Yair Kira führte uns vor, wie die physikalische Bewegung des Klangs erfahrbar wird, der an unseren Urinstinkten als menschliche Wesen anknüpft.

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Die Künstlergilde ist auf einem guten Weg, zu wachsen, Veränderung und Entwicklung zum Nutzen von Menschen in Krankheit und Krise anzustoßen. „Medizin ist Spiegelbild der Gesellschaft“, so Professor Sehouli. Da bleibt zu hoffen, dass weiterhin gelten kann, was der deutsche Internist Professor Nothnagel, Lehrer von Sigmund Freud, mahnend einst meinte: „Nur ein guter Mensch kann ein guter Arzt sein“. Mit Sicherheit wirken gute Ärzte mit kulturellem Anspruch dann wieder auf die Gesellschaft.

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Wer die Arbeit der Europäischen Künstlergilde mitverfolgen oder  fördern will:
Wir haben jetzt eine Webseite: http://eukmk.eu/

Fotos im Artikel: Wir danken Martin Gottwald.

Susanne Diehm für den Vorstand

 

 

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Leichtigkeit. Lebendigkeit. Lebenskraft

Manchmal werde ich gefragt, wie es denn sein könne, dass das Schreiben zu neuer Lebenskraft führt.. warum unser gemeinsames Buch mit Professor Sehouli  diesen Titel trägt… wie man dieses Phänomen erklärt, dass Menschen vitalisiert werden, wenn sie allein oder in der Schreibgruppe Texte verfassen, die aus dem Herzen kommen. Sie fühlen sich leicht und beschwingt, fassen wieder Mut, mit dem Leben und seinen Herausforderungen zurecht zu kommen.

Aus dem buddhistischen Vortrag von Dr. Wilfried Reuter vor ein paar Tagen an der Urania Berlin habe ich wieder Antworten gefunden, die nicht nur auf die Meditation und buddhistische Haltung dem Leben gegenüber, sondern auch auf das Schreiben passen.

Ja – danke!

 Zu Beginn seines Vortrags hielt Dr. Reuter eine kleine Meditation ab: Beim Einatmen sich innerlich sagen: „Ja“- beim Ausatmen: „Danke“. Noch erklärte er nicht, warum grade so und nicht anders; im Laufe des Abends wurde es klar. Vertrauensvoll folgten ihm die Teilnehmer seines Vortrags und schlossen die Augen  – der Kleistsaal an der Urania war wieder einmal voll belegt mit Menschen, die aus der buddhistischen Lehre etwas für sich mitnehmen wollten.

In eigener Interpretation/Komprimierung fasse ich die Gedankengänge von Wilfried Reuter zusammen; rhetorisch geschickt war der Vortrag gespickt mit Beispielen aus dem Alltagsleben und mit Anklängen aus allegorischen Geschichten, sodass es leicht verständlich und eingängig war und seine Zuhörer gebannt lauschten.  (Sollte ich Wilfrid Reuter an manchen Stellen falsch verstanden haben/interpretieren, so ist das meiner persönlichen Disposition geschuldet.)

Wie komme ich in die Leichtigkeit, das die vorangestellte Frage.

Ein Gefühl der Leichtigkeit habe nicht zuletzt mit Entspannung zu tun, körperlicher Entspannung oder vielmehr: angemessener Spannung. Also zunächst oder schlussendlich körperlichem Empfinden; es geht darum, über die Körpereinfühlung in Nähe zu sich selbst zu kommen, denn „Nähe zu sich selbst ist das Fundament für spirituelle Entwicklung“, so Wilfried Reuter. Unbeschwerte Leichtigkeit habe  immer auch zu tun mit Handeln, das im Einklang steht mit unseren Einsichten, aber auch den Interessen anderer Menschen. Also den Werten, die wir haben. Wer ständig gegen sie verstößt, im Konflikt und in der Ambivalenz ist, könne nur schwer in Leichtigkeit kommen. „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“ so zitierte Reuter seinen Großvater.

Innere Lebendigkeit richte sich auf tiefere Schichten aus, habe nichts mit oberflächlichem Geplänkel, „Spaß“ zu tun. Es geht darum, in das Erleben der Fülle zu kommen – wer ständig um Mangel und sich selbst kreist, gebiert Wünsche, aus denen Ansprüche und Forderungen entstehen. Innere Lebendigkeit habe aber kaum mit dem Erreichen von Materiellem zu tun, sondern mit dem Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen. Bewusstheit und Herzlichkeit führe zu Eingebundensein; daraus kann Zufriedenheit erwachsen, die unabhängig von den Wechselfällen des Lebens ist.

Und was hat das mit dem Schreiben zu tun?

Beim Schreiben in einer Schreibgruppe kommen die Teilnehmer in diese besondere Verbundenheit mit anderen Menschen: Sie öffnen sich über ihre Texte vertrauensvoll, erzählen darin oft mehr von sich, als wenn sie mit jemandem redeten; was aus dem Unbewussten aufs Papier strömt, ist authentisch und wird in der Gruppe warmherzig und solidarisch aufgenommen. Ein guter Schreibtherapeut kann diese Art Stimmung auch im Einzelcoaching mit Menschen erzeugen; das Gefühl, gehört und nicht bewertet zu werden, vermitteln. Wie oft habe ich nach einer Session gehört: „Ich kam aufgebracht hierher, aber jetzt bin ich ruhig und zufrieden“. So wird der Boden für spirituelles Wachsen gelegt, denn wer schreibend in der Nähe zu sich selbst ist, bei dem wächst Achtsamkeit und Bewusstheit. Die innere Lebendigkeit strömt mit jedem Satz auf das Papier, der innere Kern des Schreibenden zeigt sich, es beginnt schreibend der Tanz mit dem Leben: Erst in der Vorstellung, der positiven Phantasie, und dann in den Taten.

Humor bedingt die Fähigkeit zum Perspektivwechsel

Humor, so Reuter, lockert starre, zu starre Konzepte; Beim Über sich selbst lachen werden Abstand und neue Perspektiven entwickelt. Mit Humor könne man Selbstbezogenheit auflösen; „Humor macht die Welt noch nicht leicht, aber leichter!“, so der buddhistische Arzt, der auch mit an Krebs erkrankten Frauen arbeitet. In diesem Zusammenhang, trotz Krankheit und Krise, erfährt er bei dieser Gruppe immer wieder einen Zuwachs an Geduld und Dankbarkeit. Sein Plädoyer für den Blick auf das Gute: „Das erschafft nicht eine andere Welt, sondern lässt die Welt anders erscheinen“. Ein intensives Leben entstehe auch dadurch, dass man bewusst an Denkwürdiges denken solle; in seiner buddhistischen Ausbildung habe er unter anderem in einer Übung gelernt, aus seinem Leben „eine Erfolgsgeschichte zu schreiben“;   so wird aus einem Mahl ein Festgelage, aus einem Haus ein Zuhause.

Und was hat das mit dem Schreiben zu tun?

Gerade beim Geschichten-Schreiben wird der Perspektivwechsel geübt: Wenn alle über das Novemberwetter meckern, dann schreib die Geschichte einer Frau, die sich den November schön macht; mit Tee trinken, einkuscheln, Bücher lesen, Unterhaltungen führen. Und schon kommt ein wärmendes Gefühl auf. Mit den Anregungen aus unserem Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben steuern wir den Blick und lassen positive Phantasien entstehen. Positive Psychologie ist gut, aber gerade beim Schreiben ist noch mehr drin, wenn man mit Bildern arbeitet, die über die Zeit neue Spuren im Gehirn legen: Selbst der griesgrämigste Schlechtredner wird schreibend über die Zeit seinen Garten nicht nur funktionell beschreiben, sondern irgendwann wird es bunt, da leuchten Blumen auf. Wir haben -wie uns von den Medien vorgemacht- immer erst die negativen Bilder im Blick; es bedarf des Willens und auch der Übung,  das Bezaubernde zu entdecken.

Dankbarkeit:

Erinnere vergangene gute Momente und nehme den guten Augenblick jetzt wahr

Zum Ende des Vortrags hin schließt sich der Kreis zur Dankbarkeitsmeditation vom Beginn: „Mach Dir den gegenwärtigen Moment zum Freund: Das Leben fließt mit größerer Leichtigkeit, weil Du Dich selbst befähigt hast ein Ja zu sagen. Gib den Gedanken auf, dass Dich jemand von außen „retten“ könne. Schenk Dir ein Ja, ein Ja dazu, dem Leben mit offenen Armen zu begegnen. Innere Verwandlung beginnt immer mit einem Ja zu einem Moment. Mit der Lebensenergie verschmelzen….den inneren Raum weit machen… in Stille kommen.“ So Wilfried Reuter, dessen Zuhörer bereichert nach Hause, pardon: zu ihrem Zuhause gingen.

Und was hat das mit dem Schreiben zu tun?

 Natürlich haben wir auch Übungen zur Dankbarkeit in unserem Buch. Klar gibt es die Empfehlung, auch ein Dankbarkeits-Journal zu führen. Aber wir gehen es beim Gesundheitsfördernden Schreiben auch spielerisch an. Denn das Spiel führt weiter als nur auf der Oberfläche zu plantschen und Gedanken zu produzieren; es nimmt Strömungen aus dem Unbewussten mit auf, die dann gesehen und bearbeitet werden können. In uns scheint eine Urgewalt, die kreativ sein will. Die sich Raum schafft und austobt. Diese Urgewalt speist unsere Lebensenergie. Sie hat Einfluss auf körperliche und geistige Vorgänge, und wird gleichzeitig aus uns heraus, aus dem wer wir sind und wie wir erleben,  gefüttert, genährt mit immateriellem Stoff; der sich dann wandelt in einen Text oder ein Bild oder eine Musik. Und dann, wenn wir unseren inneren Raum so geweitet haben, dass aus ihm und unserer Kreativität sich unsere Lebenskraft gespeist hat, dann können wir Zufriedenheit erfahren und leichter in die Stille kommen.

Das ist eine Antwort auf die Frage, warum unser Buch den Titel trägt: Mit Schreiben zu neuer Lebenskraft.

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Schreiben – eine Methode, sich selbst zu heilen. Eine Empfehlung.

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Wenn ich während meines Studiums zum Biografischen und Kreativen Schreiben an der Alice-Salomon-Hochschule schon gewusst hätte, dass ich mich auf Gesundheitsförderndes Kreatives Schreiben spezialisieren würde, dann hätte ich mir zwei Bücher gewünscht, die damals noch nicht erschienen waren. Einmal „Es lohnt sich einen Stift zu haben“ von Carmen Unterholzer und jetzt das Buch von Stephan Konrad Niederwieser: Das Trauma von der Seele schreiben. Ein Muss für jeden, der schreibtherapeutisch arbeiten will; nicht nur erläutert der Autor und erfahrene Heilpraktiker die Methode des Heilschreibens, sondern das Buch enthält im Praxisteil exzellente Schreibimpulse für alle, die den Mut haben, sich zu öffnen und über den integralen Ansatz des Heilschreibens eine gesundheitlich verbesserte Lebenssituation erfahren wollen.

Mir gefällt gut, dass der Autor klar erklärt, was „heil sein“ bedeutet, wie man dahin kommt, warum gerade Schreiben wirkt. Immer auch in Verknüpfung mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. Auch die „Erste Hilfe“ bei körperlichen Reaktionen verraten viel Erfahrung und Kompetenz. Wer über die Anleitung aus dem Buch hinaus Hilfe und Begleitung haben möchte: Stephan Konrad Niederwieser hat eine Praxis in Berlin-Schöneberg. Grade um die Ecke von unserem Schreibsalon, in dem wir Schreibgruppen und Weiterbildungen zum Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben anbieten.

SuDi

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