Monatsarchiv: Februar 2016

Spielerisch lernen

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Im Auftrag von ubs ev begleiten wir mit kunsttherapeutischen Interventionen Jugendliche durch die Kochausbildung. Warum? Weil sie dadurch die Ausbildung besser durchhalten und für’s Leben lernen. Das Spielen hat dabei Methode: Spiele fördern Entwicklung und lösen Blockaden.

Für jede Ausbildung gut

Was wir mit diesen Auszubildenden trainieren, können Ausbilder in allen Bereichen als spielerisches Zusatzangebot einsetzen. Denn in jeder Ausbildung geht es irgendwann darum, mangelhafte Audruckskraft, das Konzentrations- und Durchhaltevermögen, also ‚den Biss‘, zu steigern. Darüber hinaus entsteht durch das Spielen auch ein Teamgeist, der sich positiv auf die Arbeit auswirkt. Viele eigene Spiele und Trainingseinheiten haben wir selbst erfunden… Zwischenzeitlich machen wir es uns einfach und verwenden Spiele, Memos und Fachkarten aus dem „Metermorphosen-Verlag“, weil wir damit immer richtig liegen.

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Memospiel: ‚Kunst aufräumen‘

Völlig abgefahren sind unsere Auszubildenden und deren Chefs auf das preisgekrönte Memospiel ‚Kunst aufräumen‘. Zunächst hatten wir Bedenken, ob nicht identische Paarkarten überhaupt erkannt werden. Denn die Motive sind nicht identisch, sondern sie befinden sich einmal im alltäglichen Chaos und einmal in der aufgeräumten Version von Ursus Wehrli.

Zu Beginn ließen wir daher die aufgedeckten Karten offen auf dem Tisch, um es einfacher zu machen, Aber schon in der 2. Runde waren die Jugendlichen aufgeweckt genug, um zu erkennen, was zusammen gehört. Das visuelle Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit unserer Jungs und Mädels hielten dabei viel länger an als im Alltag, und bei dem ein oder anderen brach sonst ungewohnter Ehrgeiz aus… Es gab Lachen und Gejohle, alle waren konzentriert dabei und hatten Spaß.

 

Redewendungen in Wort und Bild: ‚Die Wände haben Ohren‘

Wir waren erstaunt, wie viele der bildhaften Redensarten unsere Auszubildenden zu Beginn nicht kannten oder falsch interpretierten. Dank des Spiels lernten sie, was es bedeutet, aus dem Nähkästchen zu plaudern, einen um die Ecke zu bringen, der dann ins Gras beißt, oder jemandem einen Bären aufzubinden. Bereichernd auch, dass die Jugendlichen mit migrantischem Hintergrund Idiome aus ihrer Heimatkultur beisteuerten. So wurde das Spiel, dessen Bilder vom renommierten Illustrator Philip Wächter zauberhaft gestaltet wurden, nebenbei zum interkulturellen Workshop. Die Zeichnungen verbildlichen die Redensarten derart genial, dass es ein Vergnügen ist, im Moemospiel Wort und Bild zusammenzufügen.

Teamvorlage: ‚Nimm 3‘

Was eine Fachaufgabe für künftige Köche werden sollte, haben wir zu einem Teamwork-Spiel aufgewertet. Die 3-4 Personen starken Teams sollten mit Rezepten aus Büchern oder den Karten ein Festessen planen; beliebter waren die Karten! ‚Nimm 3‘ zeigt, wie wenig gute Küche verlangt durch einfach nur 3 Zutaten; das machte es auch Köchen im 1. Lehrjahr möglich, funktionierende Einkaufslisten zu erstellen und ein fantastisch schmeckendes Ergebnis zu kreieren. Stolz waren sie auch, Rezepte der prominenten Meisterköche nachzukochen, fachmännisch über Wiener, Witzigmann und Stromberg zu diskutieren. Das gab gleich zusätzlichen Gesprächsstoff und so unterhielten sich die Teams angeregt bei der Arbeit. Austausch, der in Teamarbeit mündete und allen ein gutes Gefühl vermittelte. Wir sind gespannt auf weitere Produkte aus dem Metermophosen-Verlag! Nehme jetzt drei Kartons der Kunst aufräumen-Karten als Geschenk mit in die USA und bin sicher, dass der deutsche Humor auch dort gut ankommen wird.

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Eine Ode ans Schreiben… und an einen besonderen Vater

Wie schön, dass ‚Selbstversunkenheit‘ über Hanns-Josef Ortheil bloggt – das Thema wird bestimmt alle Introvertierten interessieren! Als Jugendliche hatte ich oft das Gefühl, nicht zu wissen, was ich sagen soll. Seit ich schreibe, fällt es mir leichter. Seit ich Jugendliche im spontanen Schreiben anleite, finden auch sie besser zu dem, was sie sagen und ausdrücken wollen. Alleine mit dem Sprechen ginge das nicht… und auch in den Schreibgruppen gibt es immer Überraschungen: Kaum einer, der zu schreiben beginnt, weiß wirklich, wo es ihn hinführen wird. Dankbar, dass es den Stift und das Papier gibt – Eure Sudi

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Ihre kreative Reise zum Ich

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Jutta Michaud und ich sind stolz, dass wir als Sudijumi jetzt auch im besten Seminarhotel Österreichs eine Schreibwerkstatt halten dürfen, nachstehend der Link zum Angebot auf der Homepage des Hotel Retter in der Steiermark:

http://www.retter.at/wellnesshotel/urlaubsangebote/fuer-kreative/reise-zum-ich-schreibwerkstatt/

sowie auch unter:

http://www.retter.at/seminarhotel/aktuelle-seminare-seminarhotel/

Wir würden uns sehr freuen, Sie bei diesem Seminar in der wunderschönen Steiermark begrüßen zu dürfen und Sie bei Ihrer ‚Reise zum Ich‘ zu begleiten! Für mich ist es eine Reise auch in die Vergangenheit, in meiner Jugend habe ich immer im Sommer für das American Institute of Musical Studies gearbeitet… unvergessen, die Erlebnisse dort! Das Hotel liegt nicht weit von Graz, inmitten von… aber schauen Sie selbst!

Ihre SuDi

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How to be a writer

„Nutze das, was Dich umtreibt, als Impuls für eigenes Schaffen“ … diese Aufforderung gefällt mir besonders in diesem Selbstversunkenheitstext mit den wunderbar unterschiedlichen Schriften. „Guck nicht nach dem, was es schon gibt, sondern bring heraus, was in Dir steckt. Trau Dich, Deine eigenen Regeln im kreativen Prozess zu erfinden, und mute Dir nicht zu viel auf einmal zu.“ Das fällt mir dazu ein. Gut, wenn Du ein wenig über den Schreibprozess weißt und was für ein Schreibtyp Du bist. Dachte von mir immer, ich sei die klassische Runterschreiberin, die erst nach dem Runterschreiben Struktur findet; ist für mich aber viel effektiver, erst in Muße und mit Gegrübel Struktur zu schaffen und dann, den Halt gebenden Kapiteln entlang, die Teilstückchen runterzuschreiben. Danach habe ich nicht endlos mit Überarbeitung zu tun und das kommt mir sehr entgegen. Binsenweisheit? Nein, Erfahrung mit sich selbst, lernen was Dir gut tut und wann Kreativität überhaupt die Chance hat; Erahnen und ausprobieren, wann aus dem kreativen Prozess ein (Text)Produkt werden kann. Clever ist, wenn Du mit Aufzeichnungen in einem Schreibjournal auf Metaebene auf Dich draufzuguckst, festhältst, wie Du worauf reagierst und was gut funktioniert. Die Übung: „Was mein Schreibtisch über mich erzählt“ ist ein guter Anfang. Dich aus anderer Perspektive zu beobachten hilft Dir, Deine eigene Kreativ-Strategie zu erarbeiten. Viel Spaß dabei!

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