Monatsarchiv: Februar 2019

Schreib an Dich!

 

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Schade, dass ich es erst jetzt entdeckt habe: Der Pattloch Verlag hat mit „Schreib an Dich“ von Angelika von Aufseß ein wunderbares, zweiteiliges Tagebuch-Schreibset herausgegeben. Das Buch animiert anscheinend sehr: Bei einer unserer Schreibtouren begeisterte es offensichtlich eine Schreiberin derart, dass ein Teil davon schuppdiwupp verschwunden war…

Die Inhalte

Von A-Z ist jedes Kapitel mit einem Begriff überschrieben. Von „ausdauernd“ über „neuerdings“ oder „quergebürstet“.   Immer eine Seite Text und auf der korrespondierenden Seite ein passendes Zitat von einem berühmten Menschen. Viel zur „Gedankenhygiene“ findet sich hier, die Erlaubnis, zu schreiben, wie ich möchte, Animation dazu, die eigene Kreativität zu entfalten: Angelika von Aufseß gibt den kleinen humorvollen Schubs, dessen es bedarf.

Eine Geschenkidee

Das Set ist eine sehr wunderschöne Geschenkidee – ob zu Ostern oder Geburtstagen, oder einfach nur so – es passt immer. Es besteht aus zwei Büchern: Im ersten Teil stellt die Autorin 26 einfache, motivierende Arten ein Tagebuch zu führen vor, der zweite Teil ist optisch passend ein Blanko-Tagebuch zum sofort los schreiben.

Die Aufmachung

Die beiden Bücher – die Anleitung und das linierte Tagebuch –  sind im A5-Format erschienen und liegen zusammen in einem hübsch designten Schuber, der den Schreibfluss schon beim Anschauen motiviert.

Ein zauberhaftes Set zum günstigen Preis, herrlich grafisch aufbereitet und liebevoll gestaltet und geschrieben – die sehr persönliche Stimme der Autorin, mal liebevoll motivierend, mal frecher, aber immer sehr klug, dringt immer wieder hervor – bis man dann, von Neugier überwältigt, zum Stift greift und losschreibt! Irgendeine dieser vielseitigen Methoden passt bestimmt. Das Buch ist auch als Geschenk an sich selbst eine gute Idee.

Das schreibt der Pattloch Verlag:

Hochwertiges Tagebuch-Geschenk-Set aus zwei Büchern: eins zum Lesen, eins zum Eintragen!  Wie schreibt man denn am besten Tagebuch? „Schreib an dich“ gibt darauf sehr vergnügliche und kluge Antwort: Es empfiehlt 26 unterschiedliche Arten; von A wie Ausdauernd bis Z wie Zukünftig findet hier jeder den für sich richtigen Weg. Die Autorin Angelika von Aufseß lässt dabei berühmte Tagebuch-Schreiber wie Franz Kafka oder Richard Burton zu Wort kommen und nimmt so alle Ängste vor dem weißen Blatt. Damit man dann gleich loslegen kann, ist in dem 2er-Set ein wunderschön gestaltetes Blanko-Buch (liniert) enthalten! Entdecke neue Seiten an dir!

Über die Autorin:

Die Diplompsychologin Angelika von Aufseß, Jahrgang 1957, arbeitete nach dem Studium als Psychotherapeutin, später als psychologische Marktforscherin, Moderatorin, Trainerin, Coach und heute als Therapeutin in einer Rehabilitationsklinik.

Sie schreibt Tagebuch, seit sie fünfzehn ist, und entdeckte die Faszination des literarischen Schreibens, als ihre Kinder das Haus verließen. Seither entstanden aus der Beteiligung an Schreibwettbewerben erste Veröffentlichungen in Anthologien.

Buchinformationen:

  • Taschenbuch: 64 Seiten
  • Verlag: Pattloch Verlag(20. August 2015)
  • Preis:16.95 Euro
  • ISBN-13: 978-3629112026

 

Ein Kommentar

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Gelassenheit und Liebe

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Abt Muho „Das Meer weist keinen Fluss zurück – Ein Weg zu Liebe und Gelassenheit, Berlin Verlag, München 2018

Wie kommt es, dass ein Deutscher der Leiter des größten Zen-Klosters in Japan wird? Was bedeutet der Titel “Das Meer weist keinen Fluss zurück?” Wie funktioniert das mit dem Weg zu Liebe und Gelassenheit? All diese Fragen beantwortet Abt Muho. Darüber hinaus erfahren wir, wie das Leben in einem japanischen Zen-Kloster verläuft. “Alle für einen, einer für alle”, das gelobten die drei Musketiere und das gilt auch hier. Im Kloster Antaiji müssen sich alle selbst versorgen, die Felder bestellen; es ist harte Arbeit, Tag für Tag; und doch bleibt Zeit für die Meditation. Abt Muho, der Philosophie, Japanologie und Physik an der Freien Universität Berlin studiert hat, bezieht sich auf westliches und östliches Denken. Er zitiert Max Frisch und Bertolt Brecht oder auch Antoine de Saint Exupéry, aber auch buddhistische Meister wie Miyaura Roshi oder Dogen.

Immer wieder geht es um die Liebe

“Liebe drängt sich nicht auf und sie erwartet auch nichts; sie zeigt sich in einem Blick, in einer Geste, im sachte sich ändernden Licht, das auf ein vertrautes Gesicht fällt. Liebe muss gelebt werden, immer wieder aufs Neue.” Abt Muho bezeichnet die Liebe als einen Schatz, den wir erst loslassen müssen, um ihn wirklich zu finden.

Auch von seiner persönlichen Entwicklung berichtet Abt Muho, der im Jahre 1968 als Olaf Nölke in Berlin geboren wurde. Wie es sich ergibt, dass Abt Muho  -oder vielmehr Olaf Nölke-  nach Irrungen und Wirrungen zu seiner Frau Tomomi und zu drei Kindern kommt, deren Geburt im Winter aufgrund der das Klsoter umgebenden Schneemassen  schwierig ist, sodass  sich der Mönch entscheiden muss, ob er seiner Frau oder dem Kloster zur Verfügung steht… all diese Geschichten lassen den Leser gebannt der Erzählung lauschen.

Ein Geschenk

Ich werde dieses Buch heute einer lieben Freundin schenken, die von diversen Krankheiten geplagt ist. Sie ist eh schon unglaublich tapfer, aber es könnte ihr helfen, weiterhin in Gelassenheit mit ihrer Situation zurechtzukommen. Wer annimmt, was ihm widerfährt, tut sich leichter damit und kann den Blick besser auf die kostbaren Momente des Lebens richten, die bleiben. Außerdem lenkt Lesen ab!

Die Gedanken des Abtes sind  nicht nur philosophisch, sondern  bodenständig und ehrlich, und gerade diese Mischung macht das Buch so gut lesbar.

 

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Informieren, entlasten und stärken Sie sich

Mehr als ein Schreibcafé und somit eine kostenlose Möglichkeit, das Gesundheitsfördernde Kreative Schreiben  in Berlin auszuprobieren:

https://www.schreibtour.info/veranstaltungen/berlin/

Am 25.2.2019 von 16.30 Uhr bis 20 Uhr stehen Ihnen Experten aus unterschiedlichen Bereichen zur Verfügung, es geht zunächst um neuste Erkenntnisse aus dem klinischen Bereich, die auch für Laien interessant sein können; dann um die Frage, wie Kunst und künstlerische Betätigung bei der Krankheitsbewältigung helfen kann; um Atem und Stimme; Professor Sehouli beantwortet  die Frage, wie Medizin und Kunst zusammen passen.

Im Anschluss  ein kurzer Vortrag und der Schreibworkshop mit Sudijumi.

Veranstaltungsort: Charité Mitte | CCCC | Konferenzraum 3. Ebene
Invalidenstr. 80 | 10115 Berlin

Wir freuen uns auf Sie – bitte melden Sie sich hier bis 24.2.2019  an: info@stiftungeierstockkrebs.de

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Von der „Selfcare zur Worldcare“

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Sie kommt auf die Bühne, bei leiser Musik. Ist es das Tickern einer Schreibmaschine, oder nur ein Glockenspiel, das uns im Publikum einen Moment im Zuhören verharren lässt? Sie setzt sich an ein Miniatur-Schreibpult. Lässt unseren Blick auf ihr ruhen. Lässt uns spüren, wie wohltuend eine kleine Pause mit Musik sein kann. Eine Einstimmung.

Es ist eine Buchvorstellung, eine Lesung ihres neues Buches vom Knaur-Verlag,, aber Ulrike Scheuermann übersetzt das, was sie sagt, in leicht verständliche Bilder. Die Präsentation im Hintergrund zeigt erst einmal ihre Freude am Arbeiten: Ob an der Seite ihrer Lektorin auf der Buchmesse, oder versonnen bei der Schreib-Auszeit auf dem Lande, – die Freude an der Arbeit, u.a. auch an der Hörspiel-CD zur Selfcare beim Argon-Verlag, die sie selbst besprochen hat – zeigt sich in jedem Bild. Die Veranstaltung gestern an der Urania Berlin zeigt eine beeindruckende One-Woman-Show über 90 Minuten.

Impuls zum Studium

Ulrike Scheuermann kenne ich schon  lange. Eine ihrer Veranstaltungen an der Urania Berlin -sie hatte gestern 10-jähriges Auftritts-Jubiläum dort-  hat mir geholfen,  mich für das Studium an der Alice Salomon Hochschule Biografisches und Kreatives Schreiben zu entscheiden. Es war ihr Vortrag, und auch das Gespräch mit zwei Master-Studentinnen sowie  das Ausprobieren ihrer jeweiligen Kurse, das mich sicher machte: Dahin will ich auch, Schreiben, und mit dem Schreiben Menschen auf ihrer Reise zu sich selbst begleiten.

Professionelle Herangehensweise

Wie Ulrike ihre Themen anging und sich darstellte, faszinierte mich: Hochprofessionelle Seminarunterlagen, Fotos und Auftritte.  Hier war klar: Es geht nicht nur um das Schreiben, sondern  andere Themen, wie zum Beispiel “Das Wesentliche leben” stehen im Vordergrund.   Sicher hat sie, wie andere Schreibcoaches auch, die Erfahrung gemacht, dass Schreiben alleine „nicht zieht“. Das Schreiben erscheint als eine solche Selbstverständlichkeit, dass es manchmal als Methode für ein großes Zielpublikum nicht ernst genug genommen wird. Wenn wir uns aber ganz auf unsere Klienten oder auch Patientinnen konzentrieren, dann ist das Schreiben, und zwar das Gesundheitsfördernde Kreative Schreiben, das Anleihen aus der Positiven Psychologie nimmt und Erkenntnisse aus Kreativitäts- und Glücksforschung einbezieht, ein sehr wirksames Werkzeug.

Von daher habe ich mich gefreut, dass auch in dem neuen Buch von Ulrike Scheuermann „Selfcare – Du bist wertvoll“ das Schreiben als Methode -„Schreibdenken“- vorkommt. Oder auch das altbekannte Freewriting, hier „Schreibsprint“ genannt. Oder viele andere schöne Übungen, die man  schreibend oder sich denkend einfühlend vornehmen kann.

Viele Anregungen

In ihrem neuen Buch präsentiert sie viele Anregungen und Methoden. „Deinen Körper lieben, Deine Gefühle hegen, Erholsam viel schlafen, Deinen Raum gestalten, Deine Verbundenheit stärken, Deine Gedanken befreien, Deine Seele entfalten“ Es sind erst einmal Selbstverständlichkeiten, so denkt man zu Beginn, wenn man die 7 Themenfelder überfliegt. Guter Schlaf, Gefühle annehmen, das Handy weglassen? Haben wir als Rat doch alle schon mal gehört.

Aber nach und nach, wenn Ulrike in all ihrer authentischen Kraft ihre Empfehlungen gibt, dann passiert etwas.

Das Beste an diesem Buch -so finde ich- ist,  dass es lesend und Übungen ausprobierend eine wunderbare Anregung ist,  den eigenen Weg zu finden. Den eigenen Weg zu einer professionellen Selfcare, zu dem Punkt, an dem die Selbstfürsorge stärker wird als die Bedürfnisse anderer. Dem Buch -und vor allem seiner Autorin- gelingt das in einer sehr unaufdringlichen Art; einladend, nicht die Selbstoptimierung anheizend, sondern – angenehm.

Selfcare heißt auch, mal zu einer Chance „nein!“ zu sagen

Ich habe für mich mit diesem Buch endlich auch gefühlt verstanden, dass Selfcare bedeuten kann,  zu einer Chance -vielleicht zu einer beruflichen Chance-, nein zu sagen. Das war -auch wenn das vielleicht komisch klingen mag-, ein Aha-Erlebnis für mich. Denn bislang war für mich klar: Berufliche Chancen werde ich immer und jederzeit nutzen. Über körperliche Erschöpfung hin hinaus, im Interesse meiner Patientinnen immer noch mehr geben. Natürlich auch, weil ich mich darüber wertgeschätzt fühle. Was mir ein Antrieb ist, weiterzumachen und den noch besseren Schreibimpuls oder das noch besser zugeschnittene maßgeschneiderte Feedback zu finden, das meine Klienten voranbringt. Wenn man selbst leuchtet und Energie ausstrahlt dann wird das auch zu den Klienten transportiert und dieser Energietransfer bringt wunderbare Momente.

Pause und Aufräumen, um leisten zu können

Die Wahrheit ist: Wenn ich ausgelaugt und müde bin, dann kann ich auch anderen nicht helfen. Wenn ich dagegen in Verbindung mit mir selbst gehe, meine inneren Räume in Ruhe gestalte, helfe ich mir selbst und bin fit für die Arbeit mit anderen. „Freude als Kompass“,  das ist die Überschrift von Kapitel 7, wenn es darum geht, die Seele zu entfalten. Freude als Kompass, das zeigt die Ausrichtung, wohin es gehen mag. Ulrike Scheuermanns Übungen an diesem Urania-Abend dazu: „Was macht mir Freude, was kann ich gut? Was will ich anderen und der Welt geben? Was ist meine Bestimmung?“ Diese Fragen zu klären, hilft zum Wesentlichen zu kommen. Es bedeutet im Umkehrschluss: Sobald etwas nicht mehr freudvoll ist, die rote Ampel wahrzunehmen und gegebenenfalls auszusteigen. Aus einem Projekt, einer Verabredung, einer Beziehung.

Was verhilft zu einem „gelingenden“, glücklichen Leben?

Eine Harvard-Langzeitstudie hat wieder einmal belegt, dass gute Beziehungen wesentlich für ein glückliches Leben sind. Von einer guten Beziehung zu uns selbst, die wir über Selfcare erreichen, zu einer guten Beziehung mit anderen führe der Weg: Das sei nicht egoistisch, sondern gut für die Welt.

So ist auch eine der letzten Übungen an diesem Abend die Aufgabe, zu erspüren, zu wem man die Beziehung vertiefen wolle…

Ein gutes Beispiel

Für Terres des femmes wolle Ulrike Scheuermann ihr Honorar für die ersten 1000 verkauften Exemplare ihres Buches spenden. Auch so führt „Selfcare“ zu „Worldcare“.

Auf dass viele Menschen diesem guten Beispiel folgen und die ersten 1000 Exemplare und viele mehr schnell verkauft sind und den Käufern nutzen!

Weitere Bücher zu ähnlichen Themen

Wie Sie Mit Schreiben zu neuer Lebenskraft kommen können, erfahren Sie dann am 15. März 2019 in der Urania bei unserer Buchvorstellung. Professor Sehouli, meine Teamkollegin Jutta Michaud und ich freuen uns auf Sie!

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