Monatsarchiv: März 2015

Unser Kreativer Salon

Seit längerem suche ich gemeinsam mit einer Freundin neue Räume. Sie braucht eine Werkstatt, ich neben meiner Tätigkeit als Sudijumi einen Schreib- und Beratungsraum. Absichtsvolle Unterschiedlichkeit! Wenn wir Glück haben, bekommen wir in den nächsten Tage die Zusage für unseren ‚Roten Salon‘. Karin wird Strick- und Näh-Workshops anbieten, ihre wunderschöne Designermode verkaufen. Ich biete Schreibcoaching von Debut-Autoren, Kreative Schreib-Workshops und Einzelberatung. Und hab endlich wieder ein ruhiges Plätzchen, um mich meinen eigenen Buchkonzepten zu widmen. Nicht ganz ‚Über den Dächern Berlins‘, aber man kann ja nicht alles haben… der Laden ist absolut süß, hat gutes Licht und eine positive Ausstrahlung. Perfekt, um Kreativität herauszukitzeln! Unser Arbeitstitel war ‚Kreativwerkstatt‘, aber ich glaube, es geht noch besser! Habt Ihr Ideen, wie man diese unsere Verschiedenartigkeit unter ein gemeinsames Dach bekommt? ‚Strick und schreib um Dein Leben!‘??? 🙂 oder ‚Der Rote Faden‘?

Mein Lieblingstitel gerade ist ‚Im kreativen Salon…‘. Ganz bewußt mit ‚…‘, weil man dann den Anfangssatz weiterdenkt und auf sich bezieht, oder? Spontan sind mir für die Werbung von Karin und mir ein paar Zevenaars, Siebenzeiler, eingefallen… Jeweils nach 7 Zeilen beginnt eine neue Strophe. Die letzte gefällt mir besonders gut…

Im kreativen Salon…

Im kreativen Salon morgens um 11

ich stricke ein Babyjäckchen

Wieso war es so schwer zu beginnen?

Leicht setze ich eine Masche an die andere

Die rote Wolle ist flauschig und riecht nach Lämmchen

Im kreativen Salon morgens um 11

ich stricke ein Babyjäckchen

***

Im kreativen Salon gestern um halb acht

hab ich über mein Leben nachgedacht

Wie ein Perlenstrang liegt es jetzt vor mir

manche Perlen unregelmäßig, andere rund

Eine glänzte besonders schön…

Im kreativen Salon gestern um halb acht

hab ich über mein Leben nachgedacht

***

Im kreativen Salon donnerstags in der Vorabendgruppe

gestalte ich meine persönliche Tasche

Sie wirkt wie ein Schmetterling, der gleich zu fliegen beginnt

Ich streiche über das gleichmäßige Material

Wie schön die Farben und Formen sind

Im kreativen Salon donnerstags in der Vorabendgruppe

gestalte ich meine persönliche Tasche

***

Im kreativen Salon montags morgens

arbeite ich an meinem Buch

Ich komme mit Siebenmeilenstiefeln voran

Zwölf Kapitel sind schon fertig

mein Anfangssatz zieht den Leser hinein

Im kreativen Salon montags morgens

arbeite ich an meinem Buch

***

Im kreativen Salon Dienstag Nachmittag

bekomme ich Hilfe bei meiner Masterarbeit

Wenn die richtigen Fragen gestellt werden, schreibt sich der Text von alleine

Im Freewriting habe ich mein Wissen auf’s Papier geworfen

in der Überarbeitung die Feinarbeit geleistet

Im kreativen Salon Dienstag Nachmittag

bekomme ich Hilfe bei meiner Masterarbeit

***

Im kreativen Salon Samstag abend

hab ich ihn getroffen bei einer Lesung

Ist er der Richtige für mich?

Groß gewachsen, gute Energie

er reicht mir seine Hand

Im kreativen Salon Samstag abend

hab ich ihn getroffen bei einer Lesung

5 Kommentare

Eingeordnet unter AKTUELLES

Homöopathie erlebt – die Lust am Interview

Homöopathie_Film

In Medien und medizinischen Fachkreisen wird die Homöopathie zum Teil kontrovers diskutiert. Gegner kritisieren sie als unwissenschaftlich. Befürworter verweisen auf die Praxiserfolge, auf Studienergebnisse und die breite Zustimmung der Homöopathie in der Bevölkerung. Selten kommen in dieser Diskussion die Betroffenen  zu Wort. Deshalb haben wir für die „Medieninitiative Homöopathie“, eine Initiative mehrerer Homöopathie-Organisationen, eine Familie befragt, die auf viele Jahre Erfahrung mit der Homöopathie zurückblicken kann. Wie erlebt die Familie die Homöopathie? Gemeinsam mit der  Regisseurin Maja Classen wollte ich hinter die Kulissen blicken.  Mit einem Schreibworkshop begannen wir die Zusammenarbeit mit der Medieninititative und nun sind der erste Film und Text online gestellt. Wir hoffen, dass das Interview  interessante Einblicke in die homöopathische Arbeit bietet und  den ganzheitlichen Ansatz der Homöopathie bei der Behandlung der Patienten zeigt. Der Prozess der Zusammenarbeit mit Maja Classen und ihrem Filmteam und die Interviewarbeit mit der Familie war so spannend und berührend, dass ich wieder ‚Blut geleckt‘ habe und gerne wieder mehr Interviews  führen würde. Gesagt, getan: Zur Zeit aktualisiere ich mein Buch ‚Die Macht der Worte‘ für die Neuauflage und habe mit drei neuen Interviews zum Thema ‚Schreibberufe‘ begonnen.

Direkt zum Film hier

Zum Textinterview hier

Weblink Film- und Textinterview:
www.medieninitiative-homoeopathie.de

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

Operngenuss – und was danach kommen kann, wenn Du schreibst

deutsche-oper-berlinDeutsche Oper Berlin vor der Aufführung

Normalerweise gehe ich in die Oper, weil ich ein Bad in Gefühlen nehmen will.  Ja: Mich von Musik und Zusammenspiel der Elemente in eine andere Welt tragen lassen. Zudem eine psychologisch interessante Inszenierung erleben und Bilder mitnehmen, die mich berühren. All das kann eine Musiktheater-produktion bieten. Früher – lange her! – habe ich bei Regisseuren wie Jean-Pierre-Ponnelle und Götz Friedrich hospitiert und bin reichlich belohnt worden mit diesen entrückten musikalisch-inszenierten Momenten, die wie ein Geschenk sind.  Einen Moment lang ist alles perfekt. Musik, Licht, Idee, Schauspiel-Sänger, alles paßt. Die Sinne sind elektrisiert und die Begeisterung darüber gibt mir Schwung für die Woche.

Gestern habe ich mir La Rondine an der Deutschen Oper Berlin angeschaut. Es war kurzweilig, aber leider konnte ich einer mich begleitenden wenig opern-affinen Freundin nicht klar machen, was mir den gelegentlichen Kick gibt. Der Funke sprang nicht über, sosehr ich dem ehemaligen Startenor Villazon als Regisseur auch Erfolg wünsche. Trotzdem keine verschwendete Zeit, denn ich konnte überlegen, was mich an dem Thema ‚auf Liebe verzichten‘ so anzupfte. Mit einem Male dachte ich an eine lang vergangene Liebesgeschichte, die aus dem Strom meines Unbewußten hochschwappte. Sie hatte aber überhaupt nichts mit dem Thema zu tun, das in der Oper von Puccini kitschig und  unglaubwürdig dargeboten wird: Kurtisane Magda läßt sich zu einer großen Liebe verführen, verzichtet dann aber wieder darauf, als es ernst wird und er sie heiraten will. Ich drehte und wendete es, aber immer wieder stand mir nur dieser Mann vor Augen, um den ich damals so gerungen hatte und den Bezug zur Oper konnte ich bei allem Nachdenken nicht herstellen. Ich hatte doch nicht auf ihn verzichtet, nein, … So gab ich auf, dachte mir, na, das ist halt, weil gerade Leipziger Buchmesse ist und er als Edelfeder da vermutlich durch die Hallen schreitet…

Schreibbuch

Dass bewußte Gedanken nicht genügen und es manchmal des Schreibens bedarf, das zeigte mir dann das Papier, auf dem heute früh die Lösung stand. Ich hatte mich beim reinen Nachdenken darüber mit der Protagonistin versucht zu identifizieren. Aber das Bild, das in mir schwang, war die Figur des Mannes. Ein Liebender, der ohne Arg und in voller Begeisterung sich in diese Liebe stürzt. Und meint, sie hielte auf ewig, weil sein Gefühl so stark ist. So war ich auch. Es hat mich gerührt,  schreibend noch einmal auf mich als junge, arglose und begeisterungsfähige Frau zu blicken.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

Künstlertreff mit Betten: Sleepless im 21er Haus

tracey_emin_my_past

Bildquelle: Tracey Emin,Contemporary Artist: To meet my past

Diese Anregung von Johanna Vedral thematisiere ich heute in einer Schreibgruppe:

Zwar kann ich mit meinen Schreiberinnen nicht in das Hamburger Museum, aber ich kann ihnen Bilder mit den Betten aus der Ausstellung präsentieren und wir schreiben dann dazu… spannend für mich zu sehen, ob die Aufwärmübung vorab ‚Gruppencluster mit Assoziationen zu rot und scharf wie Paprika‘ im zweiten Teil eher zu erotischen Texten führt oder die Betten-Bildimpulse ihr eigenes Leben in eine ganz andere Richtung entfalten… beim Kreativen Schreiben ist alles möglich! Zum Schluß der Veranstaltung verfassen wir dann ein Gedicht, das auf alle Assoziationen paßt und das Geschriebene noch einmal komprimiert. Ich freu mich auf den Abend!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

Krankheit ist auch nur ein Wort

WORKSHOP:
SCHREIBEND DIE SELBSTHEILUNGSKRÄFTE STÄRKEN
7. April – 12. Mai 2015, jeweils 18:30 – 20:00 UHR

Ein Workshop mit Susanne Diehm mit Jutta Michaud, M.A., Biographical and Creative Writing, Autorinnen, Kunst- und Kreativitätstherapeutinnen.

Trotz oder gerade mit einer (chronischen) Krankheit das Glück des Augenblicks fühlen, Vitalität und Lebensfreude spüren und miteinander teilen – darum geht es in unserer Schreibgruppe. Wir orientieren uns an den Prinzipien von Aaron Antonovsky, der als erster Mediziner entdeckte, dass Krankheit ihre Macht verliert, wenn positive Ressourcen aktiviert werden. Schreibend können wir Achtsamkeit für das Gute im Leben trainieren, selbst-bewusst sein, Geist und Seele besser miteinander in Verbindung bringen. Im Mittelpunkt stehen viele klassische Übungen des biografischen und kreativen Schreibens, die wir mit Erkenntnissen aus der Resilienz-, Glücks- und Kreativitätsforschung so angereichert haben, dass etwas Neues entstanden ist – wir nennen es GKS = Gesundheitsförderndes Kreatives Schreiben.

Termine
7. April, 14. April, 21. April, 28. April, 5. Mai, 12. Mai
jeweils 18:30 bis 20 Uhr

Kursgebühr
für sechs Termine: 130 Euro; Mitglieder von GESUNDHEIT AKTIV: 120 Euro
Ort: GESUNDHEIT AKTIV, Geschäftsstelle, Gneisenaustraße 42, Berlin-Kreuzberg
Um vorherige Anmeldung wird gebeten: verein@gesundheit-aktiv.de oder telefonisch unter 030 – 695 68 72 – 0

Ausschreibung siehe hier: Krankheit ist auch nur ein Wort

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

Unter Drehbuchautoren

Gestern Abend war ich zu einem Essen von Drehbuchautoren und anderen Kreativen geladen. Es verwundert mich immer wieder, wie man unter extremem Zeitdruck  tolle Texte produzieren kann. Alle am Tisch waren sich einig:

„Es ist harte Arbeit. Ich schwitze und schreibe und zerreiße und fang nochmal von vorne an, immer wieder. Bis ich dann schließlich eine Fassung habe, mit der ich mich gut fühle und von der ich befriedigt sagen kann,  dass es gut so ist. In jeder Überarbeitung sollte man am Schreiben etwas Schönes finden. Nur wenn man diesen Lust-Faktor immer wieder für sich aktivieren kann, hält man diesen Job aus.“

Aber das ist nur die erste Hürde, danach muss das Drehbuch vom Redakteur der Serie angenommen werden. Und Redakteure schielen auf die Zuschauerzahlen – sie nehmen das, was sich bewährt hat. Ich hab an diesem Abend den Eindruck gewonnen, dass unser Fernsehen richtig  innovativ sein könnte, wenn Drehbuchautoren auch einmal experimentieren dürften. Wenn -wie schade!- nicht immer nur der gefragt und beauftragt wird, der einen großen Namen hat, sondern auch der junge Co-Autor, der manchmal nicht nur fleißig zuarbeitet, sondern auch den Plot aufsetzt. Im Verborgenen den Ruf des bekannten, ach so verlässlich produzierenden Drehbuchautors festigt. Und oft nur einen Bruchteil des Honorars erhält.

Ach, wie hat mich das an die Unternehmenskultur erinnert. Und an die Universitäten. Und an die Opernhäuser. Scheint überall so, dass Chefs sich gerne mit fremden Federn schmücken. Dabei sind Mentoren, die ihren Schützlingen eine Chance geben könnten, ohne um den eigenen Rang zu bibbern, die richtig Großen. Lässt sich über das Talent fördern kein Gewinn erzielen? Und reicht nicht das Gefühl, jemandem eine Chance gegeben zu haben? Wenn man mit Jugendlichen arbeitet, ist das eine Selbstverständlichkeit. Wo führt das hin, wenn alle nur raffgierig die eigene Position stärken?

Fragt sich und Euch

Eure SuDi

Ein Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES