Monatsarchiv: September 2018

Perspektive Leben

Zwei schöne Artikel im Magazin „Perspektive Leben“ der Medical Tribune hat Petra Ortner geschrieben:

Dort geht es um den „Wirkstoff Gesundheitsförderndes Kreatives Schreiben“, und wie „Schönes und Wissen“ verbinden kann… Neugierig? Hier:

Artikel Medical Tribune 09.18

Beste Grüße,

SuDi

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Auf die Zeichen achten – den engen Hals ernst nehmen

Seit unserer Arbeit bei der Berliner AIDShilfe finden Menschen mit Autoimmunerkrankungen sich zum Schreiben in unseren Schreibsalons ein. Sie wollen sich neben der fachärztlichen Betreuung auch durch das Schreiben stärken. Schreiben ersetzt keine Psychotherapie, aber es kann -sinnstiftend angeleitet- den Heilungsprozess unterstützen. Es gibt so viele Krankheiten, und immer wenn jemand nicht nur „zum Spaß!“ schreiben will, sondern seine Gesundheit stärken, erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Klienten und darüber hinaus schauen wir, bevor wir  Schreibimpulse konzipieren, in die Fachliteratur, um mehr Hintergrundwissen zu haben. So habe ich „Basedow Healing“ von Dr. med Berndt Rieger gefunden, ein Buch das beim mvg-Verlag erschienen ist.

  Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Schilddrüse sich entzündet und verdickt. So entsteht ein so genannter Kropf, eine Schwellung am Hals. „Einen dicken Hals bekommen „, „einen Frosch oder Kloß im Hals haben“, „bis zum Hals drinstecken“ – unsere guten alten Sprichworte deuten schon an, wobei es bei ganzheitlicher Betrachtung der Krankheit hin gehen muss.

 Berndt Rieger lässt Anregungen zu Arzneien und Techniken nicht aus, aber er sagt auch: „Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den Verbesserungen und Verschlechterungen der Krankheit und denen der emotionalen Selbstüberlastung… emotionale Selbstüberforderung macht krank, und wenn es Ihnen gelingt, diesen Stress zu vermeiden oder abzuschwächen, werden Sie davon auch in Bezug auf Ihre Krankheit profitieren…“ 

 Neben Maßnahmen der Schulmedizin zeigt Dr. Rieger, wie zahlreiche Arzneien aus der Naturheilkunde wirkungsvoll zur Selbsthilfe eingesetzt werden können und gibt viele wertvolle Tipps und Informationen zu alternativen Therapiemöglichkeiten wie z.B. Ayurveda, natürliche Schilddrüsenblocken und Schüssler-Salze, um das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Schilderung der Hintergründe, eines ganzheitlichen Ansatzes und Kombination der Methoden fand ich sehr überzeugend.

Gelassenheit erzeugen

Als Schreibcoach interessierten mich vor allem die Anregungen zur Herstellung von Gelassenheit: Wenn ich dafür bis zum Schluss des Buches warten musste, so wurde ich doch belohnt, weil mir das Zusammenwirken von Aktion und Psyche klar wurde.

Berufliche Belastungssituationen, mehr Leistung als nötig, alte Prägungen und unbewusste Glaubenssätze, Perfektionismus – zur emotionalen Überforderung ist es da nicht weit. Und bevor sich Gelassenheit einstellt, müssen Haltungen aufgeweicht und verstanden werden, damit der Betroffene selbst heilende Veränderungen umsetzen kann. Perspektivwechsel, wie wir sie mit GKS, unserem Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben (GKS by Sudijumi) anregen, tragen dazu bei, die Starre des Blicks auf die Welt weicher zu machen. Gelassenheit erlangen, indem man sich mit der eigenen Biografie aussöhnt; Selbstvertrauen und Selbstliebe fördern. All das kann schreibend gelingen. Achtsam sein, verstehen, wann Gelassenheit und nicht falscher Ehrgeiz gefragt ist, um die eigene Gesundheit zu schützen. Begreifen, dass zu versuchen, Liebe über Leistung zu erringen kein guter Weg ist… Das Schlusswort von Dr. Berndt Rieger: „Der Weg aus der Krankheit wird hier ein Weg zur Neuordnung Ihres Lebens, dorthin, wo Sie bei sich selbst sind und sich wohlfühlen.“ Für den, der sich für das Zusammenwirken von Haltungen und gesundheitlichen Auswirkungen interessiert ein spannendes Buch!

 

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Mit Kreativtherapien unterstützen

 

 

Wie engagiert Selbsthilfegruppen für die Kommunikation von Patientinnen und Ärzten auf Augenhöhe sorgen, das zeigt dieser Beitrag:

http://www.ovarsh.de/bundestreffenesk/

Wir haben die mit hochkarätigen Ärzten besetzte Veranstaltung des Bundestreffens Eierstockkrebs von Andrea Krull und Brita Jung als gut organisiert und sehr hilfreich für Patientinnen erlebt.

Im Rahmen des Bundestreffens durften wir im Wörterreich der Bibliothek auftreten, einen Impulsvortrag halten und unser Konzept des Gesundheitsfördernden Kreativen Schreibens vorstellen. Unsere Kollegin Dr. Adak Pirmorady hatte mit ihrem Vortrag und eingängigen Übungen schon vorab für den Einsatz von Kreativtherapien geworben. Sie helfen Patientinnen, konstruktiv mit der lebensbedrohenden Krankheit umzugehen.

Wenn man Ärzte fragt, was sie von Kreativtherapien halten, dann werden sie diese in den meisten Fällen befürworten; wenn es darum geht, dass sie tatsächlich in Kliniken etabliert werden, dann stellt man sie auf die Probe, wie ernst sie es meinen; in München an der  Frauenklinik der Ludwig Maximilians Universität dürfen wir jedenfalls im Frühjahr nochmals aufschlagen und neue Impulse mitbringen – wir freuen uns darauf! Termine werden wir hier bekannt geben.

SuDi

 

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Gehirnplastizität

Neuronation ist ein geförderter Anbieter, der Online-Gehirn-Training anbietet und immer gute Gründe findet, warum man das Training abonnieren sollte. In Interviews werden Aspekte beleuchtet, hier eines mit Dr. Susanne Jaeggi

NeuroNation: Wie sehen Sie die Zukunft von Gehirntraining?

Dr. Jaeggi:“ …Im Großen und Ganzen sehe ich Gehirntraining als eine Möglichkeit, die Plastizität unseres Gehirns zu erforschen und den Einfluss, den wir darauf haben, auszubauen und zu vertiefen.“

Dankeschön, Frau Dr. Jaeggi, Forschung ist super, und das beinhaltet bestimmt auch,  spielerisch vorzugehen und nicht nur strukturiert?

Schreiben ist natürlich auch so eine Art Gehirntraining, und zwar spielerisch, mit allen positiven Effekten. Das Buch von Kathleen Adams mit dem nur schwer zu übersetzenden Titel „Your Brain on ink“ hat mir wieder einmal klar gemacht, dass Schreiben weit mehr bewirkt, als nur zu entlasten: Wir haben darüber die Möglichkeit, neue Pfade und Bahnen in unserem Gehirn anzulegen, die letztlich zu mehr Wohlgefühl führen.

Die Methoden von Kathleen Adams sind wunderbar, wenngleich sie diese Techniken nicht erfunden hat. Aber sehr geschickt kombiniert und zu einer „Leiter“ gebaut. Und sie hat sie in vielen Kursen und Einzelsitzungen in den USA ausprobiert und geschliffen, das verdient hohe Anerkennung. Insofern ist sie eine echte Pionierin.  Beim Gesundheits-fördernden Kreativen Schreiben arbeiten wir auch mit den Urformen dieser Methoden, haben sie abgewandelt und zugeschnitten auf die Bedürfnisse unserer Klienten. Darüber hinaus gibt es noch mehr Techniken und Vorgehensweisen … erfahrbar in unseren Weiterbildungen. Damit auch Sie -und zwar im Live-Modus- Ihr Gehirn neu formen können und Pfade anlegen, die Sie weiterbringen und zu Wohlbefinden führen.

Susanne Diehm

 

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Eine historisch bedeutsame Hörsaalruine als Eventraum zur Information von Patientinnen

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Auf dem Foto (privat) Initiator Prof Jalid Sehouli

Zum 5. Mal hatte die Projektgruppe Ovarialkarzinom zu einem vielfältigen Informationstag speziell für Betroffene und Angehörige bei Eierstock- und Bauchfellkrebs eingeladen. 17 Referenten und Referentinnen standen den Teilnehmer*innen für Fragen und Antworten zur Verfügung. Die Vielzahl der Themen lässt sich hier ablesen und später werden die Vorträge wohl eingestellt.

Geschäftsführerin Dr. Annette Reinecke vom Tumorzentrum Berlin e.V. sorgte für den kompetenten und reibungslosen  Ablauf des Programms. In den wunderschönen Räumen der Hörsaalruine des Medizinhistorischen Museums (ganz früher nur männlichen Medizinern zugänglich!) hatten die Patientinnen die passende Atmosphäre und Muße, alle drängenden Fragen zu stellen und beantwortet zu bekommen. Wie schön, dass hier regional übergreifend Brandenburger und Berliner Ärztinnen und Ärzte geladen waren, gemeinsam zum Wohle der Patientinnen die neusten Erkenntnisse vorzustellen.

Was hat das mit dem Schreiben zu tun?

Wir durften an dieser historischen Stätte -zumindest kurz- unser gemeinsames Buch mit Professor Dr. Sehouli und Dr. Adak Pirmorady vorstellen. Meine Teamkollegin Jutta Michaud präsentierte „Mit Schreiben zur Lebenskraft“: In unserem Lese- und Übungsbuch geht es darum, wie entlastend und aufbauend Gesundheitsförderndes Kreatives Schreiben für Patientinnen mit Krebserkrankung sein kann.

Wer holistisch arbeitet, gibt nicht nur dem Körper Therapie, sondern nutzt auch den „Wirkstoff Schreiben“.

Das Buch kann -gegen eine Spende- z.Zt. bei der Stiftung Eierstockkrebs angefordert werden, es ist jetzt aber auch schon in der Buchhandelsausgabe beim Kösel-Verlag bestellbar und wir als Autorenteam freuen uns über erste Rezensionen. Ein Teil des Erlöses fließt an die Stiftung Eierstockkrebs zurück. Bei der Stiftung ist jede Menge Informationsmaterial zu erhalten, sehr schön die vierteljährigen Patientenmagazine oder „Krebs Kung Fu“, die Graphic Novel einer Patientin – hier wird auf gute und inspirierende Kommunikation geachtet.

Susanne Diehm

 

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Vom Schock der Diagnose hin zu neuer Lebenskraft

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Gestern Abend im Rahmen des Literaturfestivals Berlin das  Gespräch zwischen Lilo Berg, Wissenschaftsjournalistin, und Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie der Charité Berlin,  und renommierter Krebsspezialist. In seinem Buch „VON DER KUNST, SCHLECHTE NACHRICHTEN GUT ZU ÜBERBRINGEN“ beleuchtet der Professor Perspektiven der Überbringer*innen und Empfänger*innen schlechter Nachrichten sowie der Angehörigen, zeigt Wege, wie die Kommunikation schwieriger Umstände positiv zu gestalten ist. Dabei ist das offene, empathische Gespräch zwischen Ärzt*innen und Patient*innen eine wichtige Hilfe in der Auseinandersetzung mit der Krankheit.

Zu Beginn las Sehouli  den Anfang des Buchs, die Szene, in der eine Patientin unter denkbar ungünstigen Umständen ihre schlechte Diagnose erhält, mit all ihren Gefühlen, die dabei aufkommen; dann stellten Lilo Berg und später auch die Zuhörer*innen- die Fragen, die logisch daran anschließen: Der Alltag von Medizinern, wie das mit der Wahrheit ist, wie die Diagnose bestmöglichst überbracht werden sollte, der Wert der Pause und des Schweigens, in dem ein Raum entsteht; vom neuen Ansetzen in der Kommunikation, wenn der erste Schritt mal daneben ging, interkulturellen Problemen, Fragen zum System unserer medizinischen Versorgung, die Übertragbarkeit auf andere Systeme wie dem der Polizei… Sehouli konnte mühelos jede Frage beantworten, sein Publikum fesseln, es ins Fühlen bringen, zum Denken anregen.

Was bewirkt Schreiben bei Krise und Krankheit?

Für mich besonders spannend die eine Frage, die dort auch angeschnitten wurde; Wie kann man nach der Diagnose die Ressourcen, die in jeder Frau stecken, ihre Lebenskraft, hervorlocken?  Schreiben ist -neben anderen künstlerischen Therapien- eine Methode, das zu bewirken. Dazu haben wir in Zusammenarbeit mit Professor Sehouli ein Buch geschrieben, das im nächsten Jahr erscheint und man jetzt schon bestellen kann.

Aber wie kann das Schreiben wieder zu neuer Lebenskraft verhelfen? Für eine Antwort auf die Frage muss man wissen, wie das Schreiben wirken kann. Hier sollen die Teilnehmerinnen aus unseren Schreibgruppen u.a. an der Charité zur Rede kommen, einige Aussagen als Zitat:

Schreiben ist

„eine Art Gesprächstherapie mit mir selbst“

„hilft mir Problemlösungen im Alltag zu finden“

„erhöht das Vertrauen in meine Selbstwirksamkeit“

„aktiviert Ressourcen und erhöht meine Kreativität“

„bringt mir Mut, Kraft und Lebensfreude!“

„verhilft mir zu besserem Schlaf, weniger Schmerzen

„Erlebtes, Erfahrenes, Erhofftes kommt zutage“

In Jalid Sehoulis Buch wird insbesondere die Kommunikation von Arzt und Patientin beleuchtet; in unserem gemeinsamen Buch geht es um die Kommunikation der Patientin mit sich selbst, ihren inneren Monolog, der zum Dialog dann auch mit ihren Angehörigen führen kann. So kann die Erfahrung des kreativen Umgangs mit Blockaden zu einer Linderung der Situation führen und zu Situationen, in denen die Lebenskraft und Lebensfreude wieder eine Chance hat.

Zum Abschluss der Lesung dann die Frage der Moderatorin, wie es mit der Patientin weiterging – und Sehouli las wieder, vom Krankheitsverlauf, aber auch von dem intensiven Moment des Zusammenseins mit ihrer Tochter beim Laternenfest; eine Szene wie ein Gleichnis dafür, dass es auch bei lebensbedrohlichen Krankheit den guten Moment zu erfassen gilt.

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SuDi

 

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Science & Humanities beim Literaturfestival Berlin

Wer sich für das Thema Science & Humanities interessiert, findet beim Literaturfestival Berlin am Donnerstag, 6.9., neben dem Trend zum „Nature Writing“ auch den Chefarzt der Frauenklinik Charité mit seinem Buch, dessen Titel für sich spricht:

http://literaturfestival.com/festival/programm/2018/science-and-the-humanities/jalid-sehouli

Tickets:

http://literaturfestival.com/festival/tickets
Wer Jalid Sehouli live erleben will, wird bestimmt nicht enttäuscht, er ist ein eloquenter Redner.

Mehr zum Buch:

https://www.randomhouse.de/Buch/Von-der-Kunst-schlechte-Nachrichten-gut-zu-ueberbringen/Jalid-Sehouli/Koesel/e519287.rhd#info

Soweit ich weiß ist das die erste öffentliche Veranstaltung in Berlin, auf der sein Buch vorgestellt wird. Schon bald ist das neue da, das wir gemeinsam mit ihm produziert haben, unser Übungsbuch, von dessen Vorgänger uns immer wieder gesagt wird, dass es auch ohne Krebserkrankung zu neuer Lebenskraft führt; bestellbar ist es schon:

https://www.randomhouse.de/Paperback/Mit-Schreiben-zur-Lebenskraft/Susanne-Diehm/Koesel/e545607.rhd

Ich habe mir vorgenommen, die Veranstaltung zu besuchen und gebe gerne Auskunft, wie das eine Buch das andere Buch inspiriert hat.

Herzliche Grüße,

SuDi

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